Die Schützenliesel – Du Süsse, Süsse!, 1905

Brieflied aus der Operette
bezeichnet als
Musik von
Titelblatt von
Ort
Jahr
1905
Verlags-Nr.
J.W. 1441
Anmerkungen
Foto Alexander Girardi

Infos/Kommentar

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts tauchte auf zahlreichen Notentitelblättern der Name eines Stars auf: Gesungen von Alexander Girardi oder – ein wenig vornehmer ausgedrückt – Vorgetragen von Herrn Alexander Girardi. Dazu ein Foto oder eine Abbildung des populären Komödianten, Schauspielers und Sängers in einer seiner Glanzrollen.

Die Karriere des Herrn Schiradi, wie die Wiener den Künstler liebevoll nannten, begann in den 1870er-Jahren. Er wurde zum umjubelten Hauptdarsteller zahlreicher Operetten.

Girardi konnte – kaum zu glauben – keine Noten lesen, was den Komponisten Johann Strauss fast in den Wahnsinn trieb, als Girardi von ihm eine Walzer-Einlage in der Operette Der lustige Krieg verlangte. Girardi blieb hartnäckig und Strauss schrieb den Walzer Nur für Natur, der durch Girardi zum Superhit wurde und zu den meist gespielten Strauss-Walzern überhaupt. (1)

Sechs Jahre später schrieb Strauss aus Bad Ischl einen Brief an Girardi:
In ihren Händen ruht nicht nur die Existenz des Theaters an der Wien, sondern das Schicksal der österreichischen Operette überhaupt! Sie allein entscheiden über ihr Sein oder Nichtsein … Nur Ihrer Kunst haben wir alles zu verdanken. (Das Schicksal setzt den Hobel an, S. 153)

Mehr Lob von einem König, dem Walzerkönig, geht nicht.
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(1) Die vollständige hoch dramatische Geschichte ist nachzulesen in:
Anton Maria Girardi (Sohn von Alexander Girardi), Das Schicksal setzt den Hobel an, Vieweg-Verlag, Braunschweig 1949, S. 146 ff.