
Dieses Notenblatt ist eigentlich eine Mogelpackung. Das Titelblatt kündigt eine Nummer aus dem Singspiel Das Dreimäderlhaus an, der Inhalt ist aber eine Original-Komposition von Franz Schubert. Genau genommen handelt es sich um das siebte Lied aus dem Zyklus Die schöne Müllerin. Der Titel bei Schubert lautet Ungeduld, hier wird der Textanfang Ich schnitt´ es gern in alle Rinden ein als Titel gewählt.
Für Bühnenwerke, die aus eigenen oder fremden Kompositionen zusammengestellt werden, existiert der Fachbegriff Pasticcio. Das Verfahren war bei J.S. Bach und seinen Zeitgenossen nichts Ungewöhnliches. Im 19. Jahrhundert nahm man davon weitgehend Abstand. Das Dreimäderlhaus, das Berté mit Schubert-Kompositionen zu einem Singspiel zusammengestellt hat, ist ein typisches Pasticcio-Werk.
Bei dieser Ausgabe ist über dem Notentext der Komponist Schubert korrekt angegeben, der Name des Textdichters, Wilhelm Müller, wird aber unterschlagen. Auf der Titelseite hingegen tritt Heinrich Berté als Bearbeiter auf, was aber auf diese Nummer nicht zutrifft. Sehr klein steht dann unter Nr. 8 Ich schnitt´ es gern in alle Rinde ein, dass es sich um ein Lied. Orig.-Ausg., hoch zum Preis von -,50 Mark netto handelt.
Als Titelblatt wurde für alle bei Doblinger erschienenen Ausgaben zum Dreimäderlhaus der gleiche Entwurf von Otto Nowak verwendet.
Auch die Rückseite bringt die gleiche Verlagswerbung mit den über 70 Ausgaben zu dem einen Singspiel.
Mehr zur Schubert-Vermartktung.
Mehr zu dem Schubert-Lied Ungeduld.
HB
Ungeduld, Aufnahme mit FischerDieskau und Gerald Moore
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– Noten
– Rückseite Verlagswerbung