Zeitl. Einordnung

When you walk through a storm
Hold your head up high
And don’t be afraid of the dark
At the end of a storm
There’s a golden sky
And the sweet silver song of a lark
Walk on through the wind
Walk on through the rain
For your dreams be tossed and blown
Walk on, walk on
With hope in your heart
And you’ll never walk alone
You’ll never walk alone
Walk on, walk on
With hope in your heart
And you’ll never walk alone
You’ll never walk alone
Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass der Fußball-Hit You´ll never walk alone nicht von einer Beatgruppe aus Liverpool (Garry and The Pacemakers) stammt. Sie haben sich nur eines Musical-Songs aus dem Jahre 1945 bedient. Das Musical Carousel schrieb das Erfolgsduo Richard Rodgers und Oscar Hammersetin II am Anfang ihrer fruchtbaren Zusammenarbeit, die die amerikanische Musical-Szene nachhaltig geprägt hat. Die Premiere fand im April 1945 statt, also noch in der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Am Ende einer herzzerreißend traurigen Story wird doch noch alles gut und es erklingt zum Finale:
Walk on, walk on
With hope in your heart
And you’ll never walk alone
You’ll never walk alone.
Und weil diese gewaltige Steigerung am Ende immer noch nicht reicht, wird das Gleiche noch einmal wiederholt:
Walk on, walk on
With hope in your heart
And you’ll never walk alone
You’ll never walk alone.
Noch im Jahr der Premiere wurde der Musical-Song mit Frank Sinatra auf Schallplatte auf den Markt gebracht.

Heute kennt die Welt You´ll never walk alone vor allem als Fußballhymne. Zuerst wurde sie nur von den Fans des FC Liverpool gesungen, später folgten andere Clubs weltweit. Der Titel wurde unzählige Male gecovert und zu verschiedenen Anlässen gespielt und gesungen. In der Corona-Zeit wurde der Song als eine Art Solidaritätslied eingesetzt. Über You´ll never walk alone gibt es Filme, Rundfunksendungen und TV-Dokumentationen. Zum Start der Film-Doku You´ll never walk alone im Mai 2017 schrieb Matthias Scherer:
Warum ich bei diesem Film dreimal weinen musste
Beim Fußball heulen? Wie peinlich. Der Song „You’ll Never Walk Alone“ hat aber mit mehr als nur mit Fußball zu tun: Er liefert eine krasse und berührende Geschichte, die auch den größten Fußball-Hater zu Tränen rühren wird.
Das Motto You´ll never walk alone passt für alle Lebenslagen als Mutmacher. Die zentrale Botschaft des Textes ist allgemein gültig. Egal, was passiert, mit Hoffnung im Herzen bist Du nie allein. Gesprochen klingt diese Aussage fast banal. Die emotionale Wirkung entfaltet sich erst voll durch die Musik, sei es beim Hören des Songs und – noch wirkungsvoller – beim gemeinsamen Singen.
Am Anfang plätschert der Song – fast emotionslos – so dahin. Musikalisch interessant wird es erst mit der Steigerung am Ende. Zum einen schraubt sich die Melodie immer höher. Und die Harmonik tut ein Übriges. Die mehrfach auftretenden sogenannten übermäßigen Akkorde und Sextakkorde mit der Terz im Bass erzeugen weitere Spannungen, die sich am Ende im Tonika-Dur-Dreiklang lösen.

Wenn dann der Song auch noch von tausenden sich an den Händen haltenden Fans als Hymne gesungen wird, dann ist das wie eine sakrale Beschwörung mit Gänsehaut-Effekt.
Siehe auch Annonce mit dem Titel des Songs.
HB
– Aufnahme mit Frank Sinatra
– Aufnahme mit Garry & The Pacemakers
– Trailer zur Film-Doku You´ll never walk alone im Mai 2017