Anmerkungen zu Liedern und Sätzen

Weit gefasst: „Lieder & Sätze“

TAZ Swing Basigr Kalender 1981 Uni Bochum scaled
TAZ-Swing, Liederkalender 1981, Basisgruppe Uni Bochum

Dieser Menüpunkt Lieder & Sätze unterscheidet sich von den drei Menüpunkten Notentitel, Musik in Anzeigen und Liederbücher. Unter der Überschrift Lieder & Sätze finden sich Einzelbeispiele aus unterschiedlichen Quellen. Es handelt sich also nicht um eine Sammlung oder Ausschnitte aus einer Sammlung.

Der Begriff Lieder wird – vereinfacht – vollkommen offen und weitläufig benutzt. Darunter können sich Volkslieder, Songs, Kunstlieder, Arien, Gassenhauer, Couplets, Schlager und alle möglichen sonstigen Gesänge verbergen.

Unter den Begriff Sätze fallen Chorsätze, Begleitsätze zu Liedern oder reine Instrumentalsätze und Spielsätze.

In der Regel werden Lieder mit Melodien vorgestellt. Es gibt aber auch Beispiele, bei denen nur Liedtexte vorliegen.

Zum Inhalt: Alles kann – nichts muss!

Bitte suchen Sie nicht nach einer inhaltlich begründeten Systematik. Sie werden keine finden, denn es gibt sie nicht. Die vorliegenden Einträge wurden in loser Folge eingestellt, so wie es sich rein zufällig ergeben hat.

Maennerchor Arbeitersaengerbund
Männerchor Arbeitersängerbund: Ännchen von Tharau

Die Anordnung der Lieder und Sätze erfolgt alphabetisch nach Titeln. Zahlreiche Lieder und Sätze haben einen Bezug zu den anderen Menüpunkten, z. B.

– einzelne Schlager zu den Notentiteln,
– Lieder, die in der Printwerbung eine Rolle spielen zu Musik in Anzeigen,
– einzelne Liedbeispiele aus Büchern zu der Rubrik Liederbücher.

Erscheinen unter Lieder & Sätze mehrere Lieder aus einem Liederbuch, dann stehen sie – wegen der alphabetischen Anordnung – nicht zwangsläufig nebeneinander. Die alphabetische Reihenfolge führt auch dazu, dass kritisch kommentierte Lieder, die man überhaupt nicht singen mag, in direkter Nachbarschaft zu Liedern stehen, die man ohne Probleme singen kann. Auf die Ansichtskarte mit dem Text des antisemitischen Borkum-Lieds folgt z. B. ein Spielsatz zu dem wunderschönen Lied Bunt sind schon die Wälder. Oder auf Das Gebet während der Schlacht von 1813 folgt ein Geburtstagskanon mit Begleitsatz von 1998.

Liedbeispiele, von denen nur Texte vorliegen, stammen oft von Flug- und Kalenderblättern, aus Zeitungen, von Lieder- und Ansichtskarten oder von losen Zetteln, die in Liederbüchern eingelegt waren. Einige Lieder sind nur handschriftlich vorhanden oder als mit Schreibmaschine geschriebene Abzüge.

Illustrierte Lieder

Oh, du lieber Augustin
Paul Hey, Liederbuchseite aus Sang und Klang fürs Kinderherz, 1909

Manche Lieder sind hier deshalb vertreten, weil es zu ihnen interessante Illustrationen gibt. Das können einzelne Seiten aus Liederbüchern oder auch Lieder-Postkarten sein.

Einer der eifrigsten Lieder-Illustratoren war im 19. Jahrhundert Ludwig Richter. Seine biedermeierlichen Idyllen zu Volksliedern wurden bis ins 20. Jahrhundert immer wieder in Liederbücher übernommen.  Zu den bekanntesten Illustratoren von Märchen und Liedern zählt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der vielseitige Tomi Ungerer.

Hey An der Saale hellem Strande
Paul Hey, Liedpostkarte An der Saale hellem Strande

In der ersten Hälfte hat sich der Grafiker Paul Hey durch seine Liederkarten-Serien und mit vielen Liederbuch-Illustrationen einen Namen gemacht hat. Der breiten Öffentlichkeit ist Hey heute kaum noch bekannt.

Anmerkungen zu den Sätzen

The Leaving of Liverpool Satz
The Leaving of Liverpool, einfacher Satz

Zu einigen Liedern gibt es Klaviersätze mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Aktuelle Sätze zu Liedern und Songs sind aus urheberrechtlichen Gründen kaum vertreten. Gleiches trifft auf die Spielsätze zu.

Einige der von mir geschriebenen Spielsätze habe ich aufgenommen, da es keine Probleme mit dem Urheberrecht gibt. Ein Teil davon ist in der Schulpraxis für das Klassenmusizieren erprobt. Diese Sätze dürfen gerne im Unterricht und zu anderen Gelegenheiten verwendet werden, allerdings ausdrücklich nicht für kommerzielle Zwecke.

Lieder und Sätze, die für den Schulgebrauch geeignet sind, sind in der alphabetischen Übersicht mit dem Hinweis „Zum Spielen & Singen“ gekennzeichnet.


Einige Hinweise zur Nutzung

Ich schnitt es gern in alle Rinden ein 11 12 1905
Schubert: Ich schnitt es gern in alle Rinden ein, Liederkarte 1905

Mit einem Filter können Sie unter der Kategorie die Suche nach bestimmten Gruppen eingrenzen:

  • Lieder mit Text und Melodie (s. Melodie und Text)
  • Liedertexte ohne Melodie (s. nur Text)
  • Lieder mit Klavierbegleitung (s. mit Klavierbegleitung)
  • Lieder mit Instrumentalbegleitung (s. mit Instrumentalbegleitung)
  • Kanons
  • Chorsätze (s. Chorsatz)
  • Spiel- und Instrumentalsätze (s. Instrumentalsatz / Arrangement)

Im Suchfeld Rubrik kann nach speziellen Liedgattungen gefiltert werden, von Abschiedslied, Anti-Atom-Lied, Arie … über Hymne, Liebeslied, Spottlied … bis Walzerlied, Weihnachtslied und Widerstandslied.

Über das Suchfeld Aspekte kann nach inhaltlichen Aspekten gefiltert werden.

Und zum Schluss: Wo man singt …

Singen, Musikmachen, Tanzen sind elementare Bedürfnisse. Kindern ist es in frühen Lebensjahren ziemlich egal, was sie singen und spielen, es soll einfach nur Spaß bringen.

O König von Preussen Liederkalender
O König von Preussen, Liederkalender 1983

Ob die Freude am Singen anhält, hängt von vielen Faktoren ab. Um nur einen – nicht ganz unbedeutenden – Aspekt zu nennen: Lieder mit Inhalten, die einen Bezug zur eigenen Lebenswelt ermöglichen, spielen bei Kindern und Jugendlichen mit fortschreitendem Alter eine immer wichtigere Rolle.

Andererseits sagen ältere Volkslieder jungen Menschen oft wenig, weil sie mit der historischen Lebenswelt kaum etwas oder gar nichts mehr anfangen können. Lieder von Handwerkern will kaum noch jemand singen, auch wenn es die Berufe heute sogar noch gibt. Wanderlieder aus der Wandervogel- und Jugendbewegung wurden lange Zeit gerne gesungen, weil es aus grauer Städte Mauern hinaus in die Natur ging. Heute kann man damit keinen Jugendlichen mehr hinter dem Handy hervorlocken.

Die Erfahrung lehrt, dass man durchaus auch für unbekannte Lieder Interesse wecken kann, wenn die historischen Hintergründe plausibel erklärt und mit eigenen Erfahrungen in Verbindung gebracht werden können. Bei der Beleuchtung kulturgeschichtlicher Zusammenhänge von Liedern gibt es immer wieder Spannendes zu entdecken. Lieder müssen nicht immer nur gesungen werden, sie können auch als Zeugnisse bestimmter Zeiten eine lebendige Bereicherung sein.


... herrscht nicht immer eitel Freude

Wo man singet
Johann Gottfried Seume: Wo man singet, laß dich ruhig nieder

Die Kommentare zu den hier aufgeführten Liedern sind offen gehalten und an kein Schema gebunden. Manche Beispiele werden ausführlich von verschiedenen Seiten beleuchtet und in historische und gesellschaftliche Zusammenhänge eingeordnet. Zu anderen Liedern und Sätzen gibt es nur knappe Hinweise zur Herkunft und Urheberschaft.

Es muss nicht betont werden, dass einige der hier dokumentierten Lieder nicht zum bedenkenlosen Singen geeignet sind. Aufgrund ihrer fragwürdigen Inhalte sollten sie nur als kritische Studienobjekte betrachtet werden.

Über Generationen wurden mit Liedern Lebenseinstellungen, religiöse Werte, Moralvorstellungen, politische Haltungen und Lebensweisheiten vermittelt. Und Lieder wurden auch immer wieder instrumentalisiert von bestimmten Gruppen und für weltanschaulich-politische Interessen. Das Lied Die Gedanken sind frei kann man heute immer noch mit Inbrunst singen, auch wenn man weiß, von wem es für bestimmte politische Aktionen eingesetzt wurde und wird. Wichtig ist, dass man den historischen Kontext nicht aus den Augen verliert. Es kann sicher nicht schaden, wenn man sich ein wenig mehr damit auseinandersetzt, was Gedankenfreiheit bedeuten kann. Heute sind bürgerliche Freiheitsrechte und Gedankenfreiheit massiv durch globale Entwicklungen bedroht, die als Fortschritt und Modernisierung verkauft werden.

In den letzten Jahren ist festzustellen, dass immer häufiger Lieder zum Anlass genommen werden, um weltanschauliche Meinungsschlachten auszutragen. Einmal ins weltweite Netz gesetzt, dass man ein bestimmtes Lied nicht mehr singen sollte, bedeutet  in der Regel das Aus für das Lied. Das betrifft vor allem Kinderlieder und Lieder für den Schulgebrauch, aber auch Songs aus allen möglichen Gattungen. Auf Einzelbeispiele werde ich sicher noch mit dem ein oder anderen Beitrag unter „Themen & Texte“ eingehen.

Singen per se ist weder gut noch böse. Spontanes Singen ist wichtig und Ausdruck von Lebensfreude. Ab und zu darüber nachzudenken, was man singt und mit wem man singt, kann nicht schaden. Denn nicht überall, wo gesungen wird, kann man sich getrost niederlassen. Dass böse Menschen keine Lieder haben, ist ein Märchen. Aber auch gute Menschen haben nicht immer nur gute Lieder. Was man singt und wo man singt, sollte letztlich jeder immer noch für sich selbst entscheiden und verantworten.