Empor zum Licht, 1900

Empor zum Licht! Empor zum Licht!
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Zeitl. Einordnung

1900 -1914
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Infos/Beschreibung

Hymne der Arbeiter-Sänger von G. A.Uthmann für vierstimmigen Männerchor. Die Noten stammen vom Gesangverein Teutonia Linden, Mitlied des Arbeitersängerbundes. Aufnahme mit dem Teutonia Chor

Introduction (Moderato)

Empor zum Licht! Empor zum Licht!
Es wich die Nacht, nur Wolken,
Wolken noch decken der Sonne Pracht.
Erwache, Volk, erwache!
Erwache!

Hymne (Allegro maestoso)

Die neue Zeit, sie ist genaht,
Männer und Frauen, nun auf zur Tat!
Reicht Euch die Hände zum Freiheitsbund!
Donnernd es töne vom Erdenrund:
Erwache, Volk, erwache!
Erwache!

Empor zum Licht Teutonia Linden

Zum dichten Wall schließt Eure Reih’n,
Da kann nicht Sorge noch Not hinein!
Fest wie ein Felsen im wilden Meer
steht dann der Arbeit gewalt’ges Heer!
Erwache, Volk, erwache!
Erwache!

Herbei, herbei aus Stadt und Land,
nehmet den Hammer in eure Hand!
Schmiedet und schmiedet! Die Kette springt,
das neue Jahrhundert Ihr Euch erringt!
Erwache, Volk, erwache!
Erwache!
Empor zum Licht! Empor zum Licht!

Die Hymne Empor zum Licht! gehörte zum festen Repertoire eines jeden Männerchors im Deutschen Arbeiter-Sängerbund (DAS). Sie gehört zur Gruppe der Tendenzchöre, für die vor allem der Komponist Gustav Adolph Uthmann steht. Empor zum Licht war eine Komposition für ein Preisausschreiben des DAS.

Der Text „Empor zum Licht“ von Emanuel Wurm wurde im 2. wissenschaftlichen Flugblatt der Liedergemeinschaft vom Oktober 1900 in einer öffentlichen Ausschreibung für Komponisten abgedruckt. Für die beste eingegangene Komposition wurde als Preis 100 Mark ausgesetzt (…) Uthmann bekam für seine Komposition den ersten Preis zugesprochen. Wegen des aufrüttelnden und anfeuernden Inhalts, in dem aufgefordert wird, entschlossen für die Befreiung der Arbeiter einzutreten, eignete sich der Chor zum Vortrag auf offiziellen Partei- und Gewerkschaftsveranstaltungen. Auf der Generalversammlung des Bergarbeiterverbandes in Dortmund 1907 trugen drei Arbeitergesangvereine den Chor „Empor zum Licht“ vor. (Hellkuhl, Antoinatte: Empor zum Licht. Arbeitergesangvereine im westfälischen Ruhrgebiet 1878-1914, Stuttgart 1983, S.86)

Das Pathos der Uthman-Chöre wirkt heute übertrieben und aus der Zeit gefallen, damals traf es vielleicht den Nerv der Arbeitersänger. Bei den mit Inbrunst vorgetragenen Chorgesängen beschleicht einen heute ein ungutes Gefühl – vor allem bei der Hymne Empor zum Licht!

Das hat mehrere Gründe. Alles ist gigantisch. Da tönt es donnernd vom Erdenrund von der Arbeit gewaltigem Heer. Der Aufruf Empor zum Licht! am Anfang und am Ende des Chorsatzes hinterlässt ein mulmiges Gefühl. Der mehrfach wiederholte Weckruf Erwache, Volk, erwache! wirkt wie eine Beschwörung, aber mit schalem Beigeschmack. Das mag vielleicht daran liegen, dass man bei der Parole Erwache, Volk, erwache! unweigerlich an die spätere Parole Deutschland erwache! erinnert wird. Dieser Spruch – auch mit den Zusatz Juda verrecke! – aus einer extrem anderen politischen Richtung ist heute verboten, weil damit die SA-Schlägertrupps noch vor der Machtübernahme der Nazis Stimmung gegen die Juden im Land machten.

Weitere Schallplatten-Aufnahmen aus dem Jahre 1948 mit dem Lindener Teutonia-Chor finden Sie im Digitalen Stadtteilarchiv Linden-Limmer:

Alle Aufnahmen wurden digitalisiert von Dietram Köster.

HB
Empor Zum Licht! mit dem Rundfunkchor Leipzig

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Bass 1 und Tenor 2