In einem kühlen Grunde, Comedian Harmonists, 1929

In einem kühlen Grunde
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Quelle
Comedian Harmonists. Das Original 2, Bosse
Herkunft Region

Zeitl. Einordnung

1930
Rubriken
Aspekte

Infos/Beschreibung

Comedian Harmonists Buchtitel 1993
Comedian Harmonists, Buchtitel 1993

In einem kühlen Grunde, arrangiert von Erwin Bootz, zählt zu den ganz großen Nummern der Comedian Harmonists. In einer bei Electrola eingespielten Aufnahme aus dem Jahre 1932 beginnt Erwin Bootz mit einer kurzen Klaviereinleitung. Dann schweigt das Klavier, der Rest wird rein vokal vorgetragen. Das Gedicht wird auf drei Strophen reduziert, die erste, zweite und letzte.

In einem kühlen Grunde,
Da geht ein Mühlenrad;
II: Mein‘ Liebchen ist verschwunden,
Das dort gewohnet hat. :II

Sie hat mir Treu´ versprochen,
Gab mir ein´n Ring dabei,
II: Sie hat die Treu´ gebrochen,
Das Ringlein sprang entzwei. :II

Hör‘ ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will –
II: Ich möcht‘ am liebsten sterben,
Da wär’s auf einmal still. :II

Welch gespenstische Wirkung ein Volkslied entfalten kann, wenn es vor „bösen Menschen“, die angeblich keine Lieder haben, gesungen wird, kann man in einer Szene aus dem Vilsmaier-Film über die Comedian Harmonists erfahren. In dem Ausschnitt wird gezeigt, wie die Comedian Harmonists in der Privatvilla des Julius Streicher auftreten müssen, dem Herausgebers des antisemitischen Hetzblattes Der Stürmer. Als der Pianist Erwin Bootz mit einer lustigen Einleitung beginnt, wird er sofort von Streicher unterbrochen: „Moment, darf ich mir ein deutsches Volkslied wünschen. In einem kühlen Grunde, das lieb ich ganz besonders.“ Der Vortrag des Liedes endet mitten in der ersten Strophe, als der Tenor Ari Leschnikow keinen Ton mehr herausbekommt. Mit den Worten „Ich kann das nicht“ verlässt er den Raum in Richtung Toillette. Ihm ist zum Kotzen.

Zeitweilig war die Szene bei YouTube zugänglich, sie ist leider nicht mehr verfügbar.

HB
Comedian Harmonists: In einem kühlen Grunde