Die hier abgebildeten Anzeigen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken zur Dokumentation des Themas „Musik in der Printwerbung“.
Ein kleiner, 14 qm großer Laden für Herrenschuhe im Hamburger Vorort Barmbek stand am Anfang des Familienunternehmens Görtz. Gegründet von Johann Ludwig Görtz, brauchte es über 60 Jahre, bis ein weiteres Geschäft in Hamburg dazukam. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte das Unternehmen über die Hamburger Grenzen hinaus, am Ende hatte sich Görtz zu einem international agierenden Großunternehmen mit über 80 Filialen entwickelt. Die Görtz-Eigenmarke Belmondo gab es seit 1980. Mitte der 2010er-Jahre geriet das Familienunternehmen in Turbulenzen, Inhaber Ludwig Görtz zog sich 2015 aus dem Verwaltungsrat zurück. 2022 mussten einzelne Tochtergesellschaften Insolvenz anmelden.
Doch zurück in die 1990er-Jahre, die bei Görtz u. a. durch auffällige Werbeaktionen geprägt waren. Der vorliegende Prospekt z. B. ist so konzipiert, dass man ihn von DIN A5 auf die stattliche Größe eines DIN A1-Plakates entfalten kann. Die eine Seite enthält 13 kleinere Einzelbilder mit Schuhangeboten, die alle auf einer großen Klaviertastatur präsentiert werden. Das untere Einzelbild zeigt mehr Frauenbein und dient als Plakatmotiv im Großformat auf der Rückseite. Die Details der insgesamt acht DIN A4-Ausschnitte sind unten als PDF zu betrachten.
Neben dem Spiel auf der begehbaren Klaviatur wird gleichzeitig noch ein weiterer Zusammenhang zur Musik hergestellt. Aus der Endsilbe des an sich schon klangvollen Markennamens Belmondo wird der Anfang einer Leiter mit den ersten fünf Tonstufen do-re-mi-fa-so entwickelt.
Die gesamte Inszenierung findet selbstverständlich nicht auf irgendeinem x-beliebigen Flügel statt, sondern auf einem edlen Steinway.