Das Liederbuch enthält keine Angaben zu Herkunft und zeitlicher Einordnung. Die Liedauswahl lässt vermuten, dass es aus dem Kaiserreich kurz vor dem Ersten Weltkrieg stammt.
Bei der Jungwehr handelte es sich vermutlich um eine sogenannte Jugendwehr. Die ersten Jugendwehren gab es bereits Mitte der 1890er-Jahre. Ziel dieser Organisationen war es, eine vormilitärische Ausbildung zu organisieren. Wenn hier auf der Titelseite auch „Deutscher Jugendbund Bismarck“ steht, dann könnte das ein Vorläufer der „Bismarckjugend“ sein, die allerdings erst 1920 als Jugendorganisation der rechten Deutschnationalen Volkspartei ins Leben gerufen wurde.
In dem Lied Frischauf, du deutsches Jungwehrkorps! wird deutlich, welcher Geist in den Jungwehr-Gruppen herrscht:
„Ein Volk, ein Kaiser und ein Heer!“ das gilt auch bei der Jugendwehr,
wir stehn für Ehre, Recht und Pflicht, ein rechter Deutscher zaget nicht;
gleich unsern Vätern dort im Feld, stehn kraftvoll wir der ganzen Welt.
Frischauf! Frischauf! Frischauf!
Hinweg mit allem fremden Tand! Bei uns gilt nur das Vaterland!
Wir trotzen jeder Schicksalsstück´, vertrauen Gott und unserm Glück.
Drum alle Mann, stets treu bereit, für Deutschlands Macht und Herrlichkeit!
Frischauf! Frischauf! Frischauf!

Das kleine dünne Liederheft enthält 85 Texte von bekannten Volksliedern, vaterländischen Gesängen und kriegsverherrlichenden Liedern (siehe Inhaltsverzeichnis). Zur Melodie von Die Wacht am Rhein („Es braust ein Ruf wie Donnerhall“, S. 23) gibt es noch einen weiteren Text von Rudolf Herzog auf S. 11:
Der Sturm brach ein in deutsches Land,
nehmt kaltes Eisen in die Hand!
An Weichsel, Rhein und See und Sund
schlag´ Tambour, schlag´ den Wirbel rund!
Und sollt die Welt voll Teufel sein,
deutsch Eisen trägt den Tod hinein.
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