Ein Erscheinungsjahr des 1. Bandes von Das neue Soldatenliederbuch ist nicht angegeben, vermutlich ist er 1938 erschienen, was aus den wenigen Liedern mit Copyright-Jahresangabe abgeleitet werden kann.
Durch die Herausgabe der Soldaten-Liederbücher hatten der Schott-Verlag und Herausgeber Franz Josef Breuer erheblichen Anteil an der Verbreitung von Nazi-Ideologie. Marschmusik und gesungene Propaganda waren wirkungsvoller als reine Texte, weil sie auf einer emotionalen Ebene wirkten. Gesungen konnten sich bestimmte ideologische Inhalte im Unterbewusstsein viel besser festsetzen. Auch so vordergründig harmlose Lieder wie Erika (Auf der Heide blüht ein kleines Blümelein) von Herms Niel, das in diesem Liederbuch als Anhang zu finden ist, erfüllten als Marschlieder bei den Soldaten eine wichtige Funktion, zumal sie im Kontext mit anderen nationalsozialistischen Gesängen zu sehen sind.
In dem mehrbändigen neuen Soldatenliederbuch sind fast alle der übelsten Nazilieder vereint. Als Komponist ganz vorne dabei Herms Niel mit mehreren Liedern. Der Herausgeber und Komponist Franz Josef Breuer (1914-1996) arbeitete zeitweilig für den Mainzer Schott-Verlag, u.a. gab er Das neue Soldaten-Liederbuch in drei Bänden heraus. Breuer arbeitete nach dem Krieg beim Rundfunk, u.a. besonders aktiv als Komponist für den Kinderfunk. Auch als Produzent bei der Plattenindustrie hatte er großen Einfluss durch seine Zusammenarbeit mit zahlreichen bekannten Künstlern. Breuer war über 10 Jahre Mitglied im Aufsichtsrat der GEMA.
Über die Rolle des Schott-Verlages bei der Verbreitung von Liederbüchern mit eindeutig nationalsozialistischer Ideologie ist lange geschwiegen worden. Wenn es um die Geschichte dieses traditionsreichen Musikverlags geht, dann scheint es die Jahre 1933-1945 nicht gegeben zu haben.
Zu dem Band gibt es auch ein Textheft mit Melodien im Taschenformat.
Inhalt Band 2 am Ende des 1. Bandes.
siehe auch Band 3.
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