Die hier abgebildeten Anzeigen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken zur Dokumentation des Themas „Musik in der Printwerbung“.
Es gibt Geigen und die Stradivari, es gibt Klare, und es gibt >Alte Ernte<.
Diese Anzeige in schwarz-weiß war in den 1970er-Jahren sicher nicht ohne Wirkung.
Flügel und Geige stehen in der Anzeigenwerbung in der Regel für Hochwertigkeit, beste Qualität und edle Klassik. Zwischen einer Geige und einer Stradivari liegen Welten. Mit einer Geige des italienischen Geigenbauers Antonio Stradivari ist die oberste Stufe der Vollendung erreicht. Mehr geht nicht. Wer seinen Schnaps mit einer Stradivari anpreist, der hat ein unerschütterliches Vertrauen in die Qualität seines Produkts. Als Gemeinsamkeit wird höchste handwerkliche Sorgfalt herausgestellt. Haben Instrumentenbauer aus ihrer Kunst ein wohl gehütetes Geheimnis gemacht, so gilt Gleiches für den „Feinbrand“: Auch die Alte Ernte verdankt ihre Herkunft dem streng gehüteten Rezept No 7 aus dem Hause Schlichte. Und die Holzqualität spielt bei Geigen und Weinfässern gleichermaßen eine entscheidende Rolle.
Aber es gibt zwei nicht ganz unwichtige Unterschiede zwischen der Stradivari und einer Flasche mit Hochprozentigem: zum einen den Preis, zum anderen den Bekanntheitsgrad. Für den Preis einer Flasche Alte Ernte bekommt man noch nicht einmal eine Billiggeige. Und der Name Stradivari sagt auch nach dreihundert Jahren vielen Menschen etwas. Fragen Sie mal 50 Jahre nach dem Erscheinen dieser Anzeige jemanden, ob er noch Alte Ernte kennt. Da hat der Geigenbaumeister aus Cremona eindeutig die Nase vorn.