Die hier abgebildeten Anzeigen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken zur Dokumentation des Themas „Musik in der Printwerbung“.

Heute weiß kaum noch jemand, was es heißt, wenn beim Telefonieren die Leitung besetzt ist, man ärgert sich nur, wenn man kein Netz hat oder wenn die angerufene Nummer besetzt ist. 1984 war die freie Leitung noch ein Problem und Anlass für die Post, die Kampagne „Je später der Abend, desto freier die Leitung“ zu starten. Die Redewendung „Je später der Abend, desto schöner die Gäste“ kannte fast jeder. Der erste Teil „Je später der Abend…“ bot viele Möglichkeiten zur mehr oder minder geistreichen Vollendung es Satzes, wobei immer wieder der Alkoholpegel in den Fokus rückte („… desto voller die Gäste“). Zehn Jahre vor der dem abgewandelten Post-Slogan für den Billigtarif wurde unter dem Titel „Je später der Abend“ das TV-Zeitalter der Talkshows von Dietmar Schönherr eingeläutet.
Die Post-Kampagne zeigt mehrere Fotomotive mit Einzelpersonen beim Telefonieren zu später Stunde. Alle wirken sehr entspannt, einige sind im Nachtzeug abgelichtet. Auf jeder Anzeige ist eine Uhr zu sehen, mal ist es 3 nach 9 oder 10 nach 10.
Aus der Serie ein wenig heraus fällt der junge Mann mit der E-Gitarre. Es leuchtet zwar ein, dass mit dem Instrument eine bestimmte Zielgruppe angesprochen werden soll. Aber wer spielt schon beim Telefonieren nebenbei mit beiden Händen Gitarre?