Die hier abgebildeten Anzeigen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken zur Dokumentation des Themas „Musik in der Printwerbung“.
Diese Anzeige besteht aus drei Seiten. Auf der ersten (S. 91) wird Das neueste Computer-Programm angekündigt, ohne dass eine Marke genannt wird. Wenn man dann umblättert, sieht man einen die Doppelseite füllenden Elvis mit ausgebreiteten Armen und 46 cm Spannweite (S. 92/93).


Der Werbetext (unter dem linken Arm von Elvis) dreht sich im Wesentlichen um die Einsatzmöglichkeiten von Computern im Zusammenhang mit Musik beim Rundfunk. Anfang der 1980er-Jahre geht es bei den Computerprogrammen noch nicht um digitale Musikerzeugung und -bearbeitung, sondern erst einmal nur um das Suchen und Finden von Musiktiteln. Einige Beispiele aus der Arbeit beim Rundfunk klingen plausibel. Zum Beispiel, dass sich bei Live-Sendungen oder Wunschkonzerten bestimmte Titel schneller finden lassen. Es ist die Rede von 300.000 Musiktiteln. Wer die eingegeben hat, bleibt offen.
Das Beispiel von Frau Dorothea Bimslechner aus Hinterzarten, die sich Heitschi bumbeitschi bum bum wünscht, wirkt lustig.
Bei anderen Beispielen kann man nur den Kopf schütteln:
Oder man gibt einfach das Wort Beethoven ein und bekommt vom Computer unter anderem alle Symphonien angeboten. Oder man gibt ihm die Instrumente zwei Geigen, eine Bratsche und ein Cello ein und der Computer weiß sofort, daß damit nur ein Streichquartett von Haydn gemeint sein kann.
Wie bitte ???
Am Ende wird der Bogen zu Elvis geschlagen:
Der Computer kann sogar Hörerwünsche erfüllen, wenn sich der Hörer nur bruchstückhaft an den Titel erinnern kann. Wenn zum Beispiel Herr Max Schäfele aus Sindelfingen „Rock A-Hula Baby“ von Elvis hören will, aber den Titel nicht mehr ganz zusammenbringt, genügt das Stichwort „Hula“ und Elvis rockt.
IBM betrieb in der ersten Hälfte der 1980er-Jahre einen Riesenaufwand, um den Einsatz von (Personal-) Computern auf allen möglichen Feldern zu erklären. Allein die Anzeigen im Stern waren nicht zu übersehen, oft nicht nur drei Seiten, sondern auch mal fünf volle Seiten hintereinander. Diese Anzeigen vollständig zusammengestellt würden einen interessanten Beitrag zur Kulturgeschichte des Computers liefern. Hier nur ein paar ausgewählte Überschriften von Anzeigen, die ich zufällig aufgehoben habe, darunter die vorliegende mit Elvis:
HB
Elvis, Rock A Hula Baby