Bauernhimmel

Hopsa, hopsa rüber und nüber
Musik von
Text von
bearbeitet von
Quelle
eigene Zusammenstellung
Herkunft Region

Zeitl. Einordnung

1700 – 1800
Rubriken
Personen

Infos/Beschreibung

Der Bauernhimmel liegt in mehreren, meist mundartlichen Fassungen vor. Zwar datiert die älteste bekannte Fassung aus dem Jahre 1753, es ist aber zu vermuten, dass das Lied schon vor 1740 in dem damals zu Österreich gehörenden Schlesien entstanden ist. Die Lage der Bauern war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dadurch gekennzeichnet, dass die Dienste für die Feudalherren ausgeweitet und die Abgaben angehoben wurden. Sie unterlagen der feudalen Gerichtsbarkeit und mussten Abgaben an Staat (Steuern) und Kirche (Dezem) entrichten, so dass es nicht verwunderlich ist, dass ihnen Amtmann, Landrat, Schulze und Richter ebenso verhasst waren wie Gendarmen und Soldaten. Setzten sie sich zur Wehr, drohten drastische Strafen. Einige Strafen werden in dem Lied (Strophe 10, Prügel Stock, Klause) beim Namen genannt.

Insgesamt hat der Bauernhimmel  über 40 Strophen, die sich in zwei Gruppen gliedern lassen: zum einen die Strophen, in denen die Bauern sich das himmlische Leben mit allen weltlichen Genüssen sehr deftig ausmalen,  zum anderen die sozial anklägerischen Strophen, die das Leid schildern und die Wut über die Peiniger zum Ausdruck bringen. In den ältesten Fassungen standen die Strophen der letzteren Gruppe im Vordergrund. Hoffmann von Fallersleben veränderte die Reihenfolge und ließ die anklagenden Strophen erst nach 23 Strophen Schilderung der himmlischen Freuden folgen. (1) Diese Reihenfolge hat sich daraufhin auch durchgesetzt.

Der Refrain weist auf einen der ältesten deutschen Volkstänze hin, den Hopser, bei dem es durchaus üblich war, sich vor und nach dem Tanz einen Kuss zu geben.

Weiter Informationen siehe Kalenderblatt.
Spielsatz (einfach), zwei Fassungen.

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(1) Vgl. Wolfgang Steinitz, Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten, Band 1 und 2 reprinted und zusammengebunden, Sonderausgabe Zweitausendeins 1979, S. 70 ff.