Zeitl. Einordnung
Das Gebet während der Schlacht aus dem Jahre 1813 von Carl Theodor Körner in der Vertonung von Friedrich Heinrich Himmel (1814) war im 19. Jahrhundert in zahlreichen Liedersammlungen zu finden. Fast 100 Jahre später, im Ersten Weltkrieg, dienten einzelne Strophen aus dem Lied mit entsprechenden Illustrationen als beliebtes Postkartenmotiv. Die verschiedenen Karten liefen alle unter der Überschrift Vater, ich rufe dich. Zu sehen waren verwundete und sterbende Soldaten.
Das Beispiel der Karte mit den drei Soldaten, die ihren Helm zum Gebet am Grab eines Kameraden abgenommen haben, zeigt die unterschiedliche Wirkung einer schlichten Schwarz-Weiß-Ausgabe und einer kolorierten Karte.

Am häufigsten war auf den Ansichtskarten mit dem Lied Vater, ich rufe dich die erste Strophe des Gebets während der Schlacht abgedruckt.
Ebenso wie die beiden Karten oben sind auch die folgenden drei Exemplare im Ersten Weltkrieg verschickt worden:
Text Karte 1 (links)
Vater, ich rufe dich!
Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze,
Sprühend umzucken mich rasselnde Blitze.
Lenker der Schlachten, ich rufe dich!
Vater du, führe mich!
Text Karte 2 (Mitte)
Vater du, führe mich!
Führ‘ mich zum Sieg, führ‘ mich zum Tode:
Herr, ich erkenne deine Gebote;
Herr, wie du willst, so führe mich!
Gott, ich erkenne dich!
Text Karte 3 (rechts)
Vater ich preise dich!
S´ist ja kein Kampf um die Güter der Erde.
Das Heiligste schützen wir mit dem Schwerte!
Drum fallend und singend [!] preis ich dich!
Gott, dir ergeb´ ich mich!
Der Originaltext lautet: … fallend und siegend preis ich dich! Daraus wird auf der Ansichtskarte: … fallend und singend preis ich dich!


Auf einer weiteren Karte sind sechs Strophen des Gedichts abgedruckt, allerdings so klein, dass sie kaum zu lesen sind. Die Karte im Querformat (herausgegeben vom Deutschen Schulverein), enthält außer dem Ausruf Vater, ich rufe dich! keinen weiteren Text.


Mehr zum Lied.
Siehe auch Fassung für Männerchor.