Zeitl. Einordnung

Der Titel Hummel-Hummel mit Humor wird in den Noten als Couplet-Foxtrot bezeichnet. Als Komponist ist zwar Hermann Krome angegeben, er ist aber eher der Bearbeiter einer bekannten Volksliedmelodie, die bereits in den 1840er-Jahren in den USA als Minstrel-Song Polly Wolly Doodle gesungen worden.
Zu dem Couplet Hummel-Hummel sind in vorliegenden Notenfassung allein 18 Strophen abgedruckt. Darunter so schöne Vierzeiler wie diese:
4. Nun sei bedankt, mein lieber Schwan,
Sprach Lohengrin in seinem Kahn.
Dann ließ er sich mit Elsa traun,
Um schleunigst wieder abzuhaun.
7. Hast du den Führerschein gemacht,
Dann denke nicht, nun ist´s vollbracht.
Erst, wenn man mal im Graben liegt,
Dann merkt man, daß der Schein oft trügt.
13. Ein Geiger spielt mit viel Gefühl.
Ich dachte mir bei seinem Spiel:
Wenn das nicht bald ein Ende hat,
Ruf ich das Falschspieldezernat.
16. Mich ärgert stets so´n Dirigent,
Den jeder nur von hinten kennt.
Er fuchtelt in der Luft herum
Und stört das ganze Publikum.

Viele weitere Strophen sind im Laufe der Jahre hinzugedichtet worden.
Der Spruch Hummel-Hummel, Mors-Mors geht zurück auf die Figur des typischen Hamburger Wasserträgers Hans Hummel, dem die Jungen, um ihn zu ärgern, Hummel-Hummel hinterherriefen. Seine Antwort war dann immer Klein mi an Mors oder kürzer Mors-Mors.
Auf einer der zahlreichen Postkarten mit Hummel-Hummel-Motiven steht auf der Rückseite geschrieben:
HAMBURG hat seinen HUMMEL wieder! als einen Nachfolger des im Jahre 1786 geborenen und 1854 verstorbenen Alt-Hamburger Wasserträgers. Von diesem Original stammt der in der ganzen Welt bekannte Erkennungsruf „Hummel, Hummel! M …, M …!“
Und auf einer anderen Karte gibt es diese Information:
Im „alten“ Hamburg, als es noch keine Kanalisation und Wasserleitung gab, fiel eine komische Straßenfigur auf: der Wasserträger, dem die Jungens „Hummel Hummel!“ nachriefen, worauf er sich ärgerlich umdrehte und mit einem dem Spruch Götz von Berlingens entnommenen Wort „M . . . , M . . .“ antwortete. Seitdem ist dies Wort der Schlachtruf der Hamburger; wo diese sich treffen begrüßen sie sich mit „Hummel, Hummel!“. Antwort: „M . . . , M . . .“ (Der Absender kann nach Belieben die fehlenden Buchstaben hineinschreiben.)
Der Wasserträger vor unterschiedlichen Kulissen war seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Postkarten-Motiv. Eine Karte zeigt einen Wasserträger am Steckelhörnfleet mit der Nikolaikirche im Hintergrund (1935 gelaufen).

Das Motiv mit dem Wasserträger und dem Straßenjungen links im Bild (hier Karte vom 21.1.1910) taucht in den Inflationsjahren auch auf kleinen Notgeld-Scheinen auf.


Zu den Ansichtskarten mit dem Lied Hummel-Hummel mit Humor! von Krome gibt es unterschiedliche Ausgaben. Auch andere Melodie und Text-Versionen sind auf Postkarten verbreitet worden.
Zum Hamburger Hummel-Rummel gehört bis heute der Verkauf von kleinen Wasserträger-Figuren, die teilweise zu abenteuerlichen Preisen gehandelt werden. Die Vermarktung dieses Werbeträgers kennt keinen Grenzen.
HB
– Fassung mit Akkordeon und dem Shantyman Peter Fläschner aus Hamburg
– Partystimmung 1973 mit Hummel-Hummel und Carl Bay.