Zeitl. Einordnung
In einem kühlen Grunde (auch unter dem Titel Untreue oder Das zerbrochene Ringlein veröffentlicht) gehört vermutlich zu den Liedern, die am häufigsten in Liedersammlungen zu finden sind.
Den Text des Liedes schrieb Joseph von Eichendorff, die erste Melodie stammt von Friedrich Glück. Seine Vertonung aus dem Jahre 1817 ist die bis heute als Volkslied bekannte Fassung. Andere Melodien, wie die von Ludwig Berger, konnten sich nicht behaupten und sind heute weitgehend vergessen. Zur Bekanntheit des Liedes hat vor allem die Chorfassung von Friedrich Silcher beigetragen.
Auch Liedermacher wie Hannes Wader haben dafür gesorgt, dass das Lied immer noch zu den bekanntesten Volksliedern gehört.
In einem kühlen Grunde,
Da geht ein Mühlenrad;
II: Mein‘ Liebchen ist verschwunden,
Das dort gewohnet hat. :II

Sie hat mir Treu´ versprochen,
Gab mir ein´n Ring dabei,
II: Sie hat die Treu´ gebrochen,
Das Ringlein sprang entzwei. :II
Ich möcht‘ als Spielmann reisen
Weit in die Welt hinaus
II: Und singen meine Weisen
Und geh´n von Haus zu Haus. :II
Ich möcht› als Reiter fliegen
Wohl in die blut’ge Schlacht,
II: Um stille Feuer liegen
Im Feld bei dunkler Nacht. :II
Hör‘ ich das Mühlrad gehen:
Ich weiß nicht, was ich will –
II: Ich möcht‘ am liebsten sterben,
Da wär’s auf einmal still. :II

Das Lied war auch ein beliebtes Postkarten-Motiv.
HB
Aufnahme mit Hannes Wader
