Kartoffellied, um 1840

Herbei, herbei zu meinem Sang, Hans, Jörgel, Michel, Stoffel, und singt mit mir das Ehrenlied dem Stifter der Kartoffel.
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Deutsche Lieder , Klavierausgabe Dt. Kommersbuch 1922
Herkunft Region

Zeitl. Einordnung

1800 – 1900
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Samuel Friedrich Sauter, Verfasser des bekannten Liedes vom armen Dorfschulmeisterlein, war selbst Dorfschullehrer in Flehingen, in der Nähe von Karlsruhe. In seinem Kartoffellied setzt der Volkspoet dem englischen Weltumsegler Sir Francis Drake ein Denkmal für seine Verdienste um die Kartoffel. Drake war zwar nicht der erste, der die Kartoffel nach Europa gebracht hat, denn das waren die Spanier. Aber das tut dem Lob keinen Abbruch. Den Preußenkönig Friedrich II. erwähnt Sauter in seiner Lobeshymne gar nicht, obwohl sich dieser um den Kartoffelanbau in Preußen verdient gemacht hat. Allerdings war auch er nicht der erste beim Ackeranbau dieser außerordentlichen Knolle .

Historisch belegbar ist, dass der Kartoffelanbau nach Dreißigjährigem und Siebenjährigem Krieg eine wichtige Funktion bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln hatte. Friedrich der Große hatte die Bedeutung der Kartoffel schon früh erkannt.

Sauter beschreibt, was man aus der Kartoffel alles Sinnvolles machen kann. Die Knollen dienen als Nahrung für Mensch und Vieh, aber auch als Heilmittel und für die Schnapsherstellung.

1. Herbei, herbei zu meinem Sang, Hans, Jörgel, Michel, Stoffel,
und singt mit mir das Ehrenlied dem Stifter der Kartoffel.
Franz Drake nannte sich der Mann, der vor dreihundert Jahren
von England nach Amerika als Kapitän gefahren.
Hi, ha, hopsasa! Valadri, vitrallala!
von England nach Amerika als Kapitän gefahren.

2. Gott hat sie wie das liebe Brot zur Nahrung uns gegeben:
wieviel Millionen Menschen sind, die von Kartoffel leben!
Von Strassburg bis nach Amsterdam, von Stockholm bis nach Brüssel
kommt Johann mit Kartoffelsupp in mächtig grosser Schüssel.
Hi, ha, hopsasa! Valadri, virtrallala!
kommt Johann mit Kartoffelsupp in mächtig grosser Schüssel.

3. Salat davon, gut angemacht, mit Feldsalat durchschossen,
der wird mit grossem Appetit von jedermann genossen.
Gebraten schmecken sie recht gut, in saurer Brüh´ nicht minder;
Kartoffelklöss‘, die essen gern die Eltern und die Kinder.
Hi, ha, hopsasa! Valadri, vitrallala!
Kartoffelklöss‘, die essen gern die Eltern und die Kinder.

4. Hat jemand sich die Hand verbrannt und hilft dafür kein Segen,
so thut man auf die Hand sogleich Kartoffelschabig legen.
Wie nützlich sind sie nicht für uns, das Vieh damit zu mästen;
viel Sorten giebt es hier und dort, die guten sind die besten.
Hi, ha, hopsasa! Valadri, vitrallala!
viel Sorten giebt es hier und dort, die guten sind die besten.

5. Solang wir die Kartoffelfrucht in unserm Lande sehen,
kann keine grosse Hungersnot aus Misswachs mehr entstehen.
Gerät auch Korn und Weizen schlecht, wir dürfen nicht verzagen,
Kartoffelschnitz und Fleisch dazu verstopfen uns den Magen.
Hi, ha, hopsasa! Valadri, vitrallala!
Kartoffelschnitz und Fleisch dazu verstopfen uns den Magen.

6. Vor vielen Jahren sagte man, die Frucht sei für die Schweine,
jetzt isst sie Kaiser, Königssohn, der Grosse wie der Kleine.
Und kehren die Soldaten heim vom blut’gen Feld der Ehre,
so fragen sie sogleich: „Herr Wirt, hat er auch pommes de terre?“
Hi, ha, hopsasa! Valadri, vitrallala!
so fragen sie sogleich: „Herr Wirt, hat er auch pommes de terre?“

7. Und selbst die schlechten kann man noch zu etwas Gutem brauchen,
man legt sie in ein Fass hinein und thut sie recht verstauchen.
Und wenn sie dann verstauchet sein, so lässt man sie recht schweissen,
das giebt dann den Kartoffelschnaps, der „Fusel“ ist geheissen.
Hi, ha, hopsasa! Valadri, vitrallala!
das giebt dann den Kartoffelschnaps, der „Fusel“ ist geheissen

8. Kartoffeln frisch vom Sud hinweg, dazu ein bisschen Butter,
das ist fürwahr, ihr stimmt mit ein, ein delikates Futter!
Darum, ihr Brüder allzumal, reicht uns die Hand daneben
und rufet dann mit Freuden aus: „Franz Drake, der soll leben!“
Hi, ha, hopsasa! Valadri, vitrallala!
und rufet dann mit Freuden aus: „Franz Drake, der soll leben!“

Die hier vorgelegte Fassung des Kartoffellieds (mit Klaviersatz von Karl Hirsch aus Elberfeld) stammt aus der Klavier-Ausgabe zum Deutschen Kommersbuch, 1922. Der Urheber der Melodie ist nicht bekannt.