Das Volkslied [für Heim und Wanderung], 1927

3. verbesserte Auflage, 75.-84. Tausend
Autoren/ Hg.
weitere Personen
Ort
Jahr
1927
Format
Rücken 15 – 18,5 cm

Infos/Kommentar

Das Volkslied Böse Werbung Schriften
Werbung für Schriften aus dem Arbeiterjugend-Verlag

1927 brachte der Berliner Arbeiterjugend-Verlag die 3. verbesserte Auflage (75.-84. Tausend) des von Hermann Böse herausgegebenen Liederbuchs heraus. Die erste, bereits nach einem Jahr vergriffene, Auflage war 1914 erschienen, also nur wenige Jahre nach dem legendären Zupfgeigenhansl (1909), der vermutlich bei der Konzeption dieses Werkes Pate gestanden hat. Die Auseinandersetzung der Arbeiterjugend mit der Jugendbewegung wurde durch zahlreiche Schriften aus dem Arbeiterjugend-Verlag begleitet. Der Auszug aus der Werbung am Ende des Liederbuchs führt eine Reihe von Schriften aus dem Programm des Verlags an (Stand 1927).

Auch die Aufmachung der Lieder und das Format des Liederbuchs erinnern an den Zupfgeigenhansl. Der Titel Das Volkslied für Heim und Wanderung deutet einen weiteren Bezug zu den Wandervögeln an. In den beiden ersten umfangreichen Kapiteln sind in den Überschriften die zentralen Begriffe „Jugend“ und „Wandern“ enthalten.

1. Von Jugend und Liebe (S. 1- 94)
2. Von Natur und Wandern (95-159)
3. Handwerker- und Jägerlieder (160-190)
4. Arbeiter- und Freiheitslieder, erster Teil (191-220)
5. Balladen (221-239)
6. Ernste Weisen (240-249)
7. Plattdeutsche Lieder (250-263)
8. Allerhand Heiteres, Scherz und Spott (264-291)
9. Arbeiter- und Freiheitslieder, 2. Teil (292-309)

Vogeler Jugend und Liebe 1926
Jugend und Liebe, Federzeichnung von Heinrich Vogeler

Auffällig ist, dass das Arbeiterlied in einer Volksliedsammlung als Kapitelüberschrift auftaucht und dass das Kapitel Arbeiter- und Freiheitslieder als einziges gleich zweimal vorkommt. Viele der Lieder aus dieser Rubrik sind erst 1922 mit der 2. Auflage in den Band gekommen. Zu den Arbeiterliedern heißt es im Vorwort zur 2. Auflage: Letztere Gruppe enthält neben dem Stamm der alten Klassenkampflieder neuere, die ihre Entstehung der jüngsten Revolutionszeit verdanken. Der Lehrer Hermann Böse, nach dem heute seine damalige Schule benannt ist, gehörte 1918 nach dem Austritt aus der SPD zu den Gründungsmitgliedern der KPD in Bremen. 1917 hatte er den Text zur Hymne Laßt uns wie Brüder treu zusammenstehen geschrieben, die in dieser Ausgabe auf S. 205 aufgenommen ist. In der Bremer Räterepublik hatte Böse als Volkskommissar großen Einfluss bei Bildungsfragen. Besonders am Herzen lag ihm die Beteiligung der Schülerschaft an Entscheidungsprozessen in der Schule.

Als Musikpädagoge bemühte sich der Herausgeber um eine genaue Akkordbezeichnung über jedem Lied. Ergänzt werden die Akkordsymbole durch die Angabe der harmonischen Funktionen, wohl mit dem Hintergedanken, das Transponieren zu erleichtern. Mit den musiktheoretischen Erklärungen über mehrere Seiten konnte die Jugend vermutlich wenig anfangen, ebenso wie mit den über drei Seiten mit den Noten von Dur-, Moll- und Septakkorden. Lediglich die Grifftabellen (Lautengriffe) haben einen gewissen praktischen Wert.

Aufschlussreich sind die vier Werbeseiten am Ende des Liederbuchs, die einen guten Einblick in das Programm des Arbeiterjugend-Verlags geben.

Am Ende des Vorworts zur 3. Auflage schreibt Hermann Böse:
Eine wertvolle Bereicherung erfährt unser Buch endlich durch Wiedergabe einer Original-Federzeichnung von Heinrich Vogeler, betitelt „Jugend und Liebe“.

PDF

  • Titelei
  • Inhaltsverzeichnis
  • Federzeichnung von Vogeler „Jugend und Liebe“
  • Aus dem Vorwort zur 1. Auflage
  • Vorwort zur 2. Auflage
  • Vorwort zur 3. Auflage
  • Erläuterungen zu Akkordbezeichnungen
  • Inhalt alphabetisch
  • Verlagswerbung