
Hiermit liegt nun ein vollständiges Exemplar vom Deutschen Frauen Liederbuch vor.
Das Vorwort auf S. 3 der Reichfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink , das aus den anderen Ausgaben entfernt wurde, bringt das, was zu erwarten war. Verpackt in NS-Lyrik wird das Ziel klar formuliert: die Eingliederung der Frauen in die NS-Gemeinschaft.
Was wir heute von euch fordern, deutsche Frauen, ist nichts anderes, als daß ihr aus den Niederungen, in die wir Deutsche uns in den letzten Jahren verloren hatten, den Gipfel ersteigt, in dem Ihr das sehen müßt, wofür alle aufrechten deuten Menschen heute leben: daß Deutschland wieder zur Heimat für ein starkes, ein sauberes und in sich geschlossenes Volk werde.
Die Überraschung folgt dann aber, wenn man die Seite umblättert. Da stößt man auf ein Lied mit dem Titel Dem Führer von Walther Hensel (Textvorlage von Will Vesper), das in keinem Inhaltsverzeichnis auftaucht.
So gelte denn wieder Urväter Sitte:
Es steigt der Führer aus Volkes Mitte.
[…]
Herzog des Reiches, wie wir es meinen,
bist Du schon lange im Herzen der Deinen.
Warum das Lied nicht ins Inhaltsverzeichnis aufgenommen wurde, ist nicht bekannt. Es steht noch vor dem Deutschlandlied und dem Horst Wessel-Lied.

PDF
Beispielseiten
Seite 6/7
– Dem Volke (Werner Gneist / Melodie Wilhelmuslied)
– Wo wir auch weilen (Aus der Arbeitsfront)
– Je mehr der Stahl geglutet, je besser ist das Schert (Peter Rosegger / Walther Hensel)
– Wach auf, wach auf, du deutsches Land (Johann Walter, 1561)
– Das Lied vom neuen Reich (Hermann Claudius / Konrad Ameln)
Seite 12/13
– Markt und Straßen sind voll Jubel (Wilhelm Obervasbeck / Aus der Arbeitsfont)
– Treuspruch (August Ebert / Walter Kiefner)
– In früher Fahrt (Werner Gneist)
– Auf, auf, ihr Wandersleut (asu Nordböhmen)
Seite 40/41
– Leineweberlied (aus Franken)
– Das ist das Schönste, was es gibt (Erich Otto Funk / neue Weise)
– Bauernlied (Hermann Claudiu / Gerhard Hannabach)
– Abendlied (Hermann Claudius / volkstümlich)
Seite 52/53
– Schlaf, Kindchen, balde (aus Süddeutschland, 1852)
– Vierzehn Englein (aus dem Gratzer Ländchen)
– Wir treten zum Beten (Valerius, Übersetzung Walther Hensel / Geusenlied 1597)
– Die helle Sonn (Nikolaus Herman, 1560 / Melchior Vulpius, 1509)