Hinter dem Kürzel DT 64 verbirgt sich ein Hinweis auf die Gründungsgeschichte eines populären DDR-Rundfunkprogramms. Ein Sonder-Musikprogramm zum Deutschlandtreffen 1964 der Jugend in Ost-Berlin setzte sich von dem gängigen DDR-Programm durch ein hohes Maß an internationalen Musiknummern ab. Aus der einmaligen Veranstaltung entwickelte sich ein fester Programmpunkt im Jugendstudio des Berliner Rundfunks. Die Musikauswahl war häufig Zielscheibe der SED-Kulturpolitik, vor allem wegen der als dekadent eingestuften westlichen Beatmusik.
Seit den 1960er-Jahren hatte sich in der DDR eine Singebewegung entwickelt, die von der internationalen Folkmusik-Szene beeinflusst war. Es entstanden neue Texte, die oft spontan vorgetragen wurden und die sich von Schlagern einerseits und strammer Politlyrik andererseits absetzten. Das wurde von der offiziellen SED-Kulturpolitik mit Argwohn betrachtet.
Bei der Gründung des ersten Singeklubs 1966, des Hootenanny-Klubs in Ost-Berlin, waren auch die Bezirksleitung der FdJ und das Jugendradio DT 64 eingebunden. Der Hootenanny-Klub nannte sich 1967 um in Oktoberklub.
Die DT 64-Liederbücher stehen in der Tradition der Singebewegung. Im Vorwort zum ersten Band heißt es:
Eine inzwischen vielgenutzte Form, sich zu Worte zu melden, ist das Singen. Und in der „Singebewegung“ Neuentstandenes zu verbreiten, haben wir uns nun seit drei Jahren zur Aufgabe gemacht – per Radio oder jeden Freitag mit dem DT-64-Liederblatt in der Rundfunkzeitung.
Übrigens…
… rief die geplante Auflösung des Jugendsenders DT 64 zum Ende des Jahres 1991 heftigen Protest hervor. Der nebenstehende Artikel aus dem DGB-Jugendmagazin ran (Nov. 1991) beleuchtet einige Hintergründe.
zu DT 64 Liederbuch Band 2
zu DT 64 Liederbuch Band 3
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