Lautengretl. Lautenlieder und Operettenschlager, o.J. [1918]

Für Wander- und andere lustige Singvögel
aufgelesen von Artur Lokesch
Autoren/ Hg.
weitere Personen
Ort
Jahr
1917
Format
Rücken 15 – 18,5 cm
Rubriken
Aspekte

Infos/Kommentar

Der Verlag von Dr. Eysler war spezialisiert auf humoristische Schriften wie z.B. die Lustigen Blätter. Deshalb lautete auch der vollständige Verlagsname von 1899-1919 Verlag der „Lustigen Blätter“ (Dr. Eysler & Co.) G.m.b.H.

Das reich bebilderte Textheft Lautengretl erschien vermutlich 1918 als 2. Band der Reihe Illustrierter Taschen-Humor. Er richtete sich wohl nicht, wie es der Untertitel vorgab, an Wander- und andere lustige Singvögel, denn gerade über die machte man sich ja lustig. Gleich im ersten Lied, das als einziges auch mit Melodie und Klaviersatz abgedruckt ist, wird an Spott über die klampfende Jugend nicht gespart:

Mädel, kriegst du keinen Mann, schaff dir eine Laute an!
Singe ihm ein Lied zur Laute, und schon wirst du seine Braute!
Mädel sein nicht dumm, dumm, dumm!
Lerne, lerne das Schrumm, Schrumm!

Die folgenden Texte sind im wesentlichen Schlager aus diesen Operetten:

  • Blitzblaues Blut (1918), Drei alte Schachteln (1917) und Die tolle Komteß (1917) von W. Kollo,
  • Die Rose von Stambul (1916), Der liebe Augustin (1912) und Die Kaiserin (1915) von Leo Fall,
  • Bruder Straubinger (1903) von Edmund Eysler,
  • Der Soldat der Marie (1916) von Leo Ascher,
  • Unter der blühenden Linde (1915) von Friedrich Gellert,
  • Autoliebchen und Puppchen (1912) Jean Gilbert,
  • Die Czardasfürstin (1915) von E. Kalman,
  • Das Dreimäderlhaus (1916) von Heinrich Berté.
Lautengretl 02 Was ist ein Schlager
Eingangsgedicht des Herausgebers „Was ist ein Schlager?“

Die Auswahl der Texte besorgte Artur Lokesch, der dem Heft ein richtungweisendes Gedicht zum Thema Was ist ein Schlager? voranstellte.

Was ist ein Schlager?

Was aus dem Leierkasten
Sich durch die Straßen schwingt,
Was klimpernd auf den Tasten
Die Jungfrau mühsam zwingt,
Was ohne Ruh und Rasten
Die Köchin – sie sagt – singt,
Was nachts (obzwar es sträflich)
Sogar noch phonogräphlich
Aus jedem Fenster dringt,
Und was den Komponisten
– Dank Millionärgelüsten –
Die dicken Gelder bringt,
Das ist ein Schlager.

Was jeglicher Banause
Sofort im Schlaf begreift,
Und was im Kaffeehause
Kein „Maestro“ sich verkneift,
Und was dann in der Pause
Von Mund zu Munde läuft,
Und was (Wirst du auch böse)
Sich krampft in Dein Gekröse,
Und dreist ins Ohr Dir träuft,
Was kaum geboren, groß wird,
Und was man nicht mehr los wird,
Bis daß man´s selber pfeift,
Das ist ein Schlager.