Reicht euch die Hände, 1951

Liederbuch des Friedens
3. Weltfestspiele der Jugend und Studenten für den Frieden
Autoren/ Hg.
weitere Personen
Jahr
1951
Format
Rücken 18,5 – 22,5 cm

Infos/Kommentar

Reicht euch die Hände – Das Liederbuch des Friedens wurde herausgegeben von der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten in der Deutschen Demokratischen Republik. Anlass waren die 3. Weltfestspiele der Jugend und Studenten für den Frieden in der DDR im August 1951. Die ersten Weltfestspiele fanden 1947 in Prag statt, die zweiten 1949 in Budapest.

Der Wille zur Völkerverständigung durch Treffen Jugendlicher aus verschiedenen Nationen spielte nach dem schrecklichen Weltkrieg in Ost und in West eine wichtige Rolle. In den ersten Nachkriegsjahren, also noch vor der Gründung der DDR und der Bundesrepublik, waren durchaus positive Ansätze zu erkennen. Mit dem Kalten Krieg wurden neue Gräben aufgerissen und die ideologischen Gegensätze wurden immer heftiger herausgestellt. Zu den dritten Weltfestspielen lieferten sich Ost und West eine gigantische Propagandaschlacht. Die Freie deutsche Jugend (FdJ) wurde in Westdeutschland verboten, Jugendliche aus dem Westen wurden an der Einreise in die DDR gehindert. Der Ostberliner FdJ-Vorsitzende Erich Honecker schickte FdJ-Kolonnen zum Demonstrieren nach Westberlin, die sich Straßenschlachten mit der Polizei lieferten.

Im Vorwort zum Liederbuch von Helmut Holtzhauer, dem Direktor der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten, ist immer wieder vom neuen Leben, von Frieden und Völkerverständigung die Rede. Holtzhauer endet mit der Prognose: Wenn diese Lieder von der Jugend im Osten und im Westen gesungen werden, so werden sie helfen, die Wiederherstellung der Einheit Deutschlands herbeizuführen.

Die Ausrichtung des Liederbuchs des Friedens ist eindeutig. Der programmatische Kanon am Anfang, Reicht euch die Hände, kann durchaus als Aufruf zur Versöhnung verstanden werden. Doch dann wird bereits im ersten Kapitel (Hymnen) eine eindeutige Ausrichtung auf DDR, Sowjetunion und Stalin eingeschlagen, was nicht unbedingt in Richtung Versöhnung deutet. Neben eingestreuten Stalin-Zitaten finden sich dort auch mehrere Lieder auf Stalin:

Der glückliche Gärtner (Kuba/Forest) aus einer Kantate auf Stalin (S. 24),
– Tiflis (Kuba/Forest) aus einer Kantate auf Stalin (S. 28),
– Vom Stalin (Perez/Dessau) ein spanisches Lied (S. 31),
– Stalin mit uns! (Frenkel/Kompaneiz) (S. 35).

Unter den Opfern Stalins waren auch viele deutsche Kommunisten, was zu Lebzeiten Stalins in der DDR ein Tabuthema war.

Das Liederbuch hat einen Umfang von 400 Seiten und ist in 13 Kapitel gegliedert:

  • Hymnen
  • Freundschaft mit allen Völkern
  • Es fegt ein Sturm die Felder rein
  • Der freien Arbeit Lied
  • Junge Friedenskämpfer
  • Schaffende Hände
  • Lustig müssen wir sein
  • Ein jeder hat so seine Weise
  • Wir lieben sehr im Herzen
  • Froh durchwandern wir die Heimat
  • Freuden des Jahres
  • Festliche Stunden
  • Jeder neue Tag ist Leben

Alle Sätze, die nicht näher bezeichnet sind, stammen von Bert Augustin Damen. Die Illustrationen lieferte Nationalpreisträger Hans Baltzer.

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