Singgefährte, um 1955

Ein Volksliederbuch für die Schule
Autoren/ Hg.
weitere Personen
Ort
Jahr
1955
Format
Rücken 15 – 18,5 cm

Infos/Kommentar

Die vorliegende Ausgabe vom Volksliederbuch für die Schule Singgefährte wurde vermutlich Mitte der 1950er Jahre von Heinrich Pape im Bochumer Verlag F. Kamp herausgegeben. Auf Seite 2 finden sich Hinweise auf die Genehmigungen der Kultusministerien Baden, Berlin, Hessen, Niedersachsen, NRW und Rheinland-Pfalz, datiert von 1950 bis 1954. Zielgruppe sind die Klassen 5 bis 9 der Volksschule.

Die Gliederung sagt bereits viel über die inhaltliche Ausrichtung des Schulliederbuches:

  • Lobe den Herren
  • O Musika, du edle Kunst
  • Am Morgen und am Abend
  • Im Frühling (Nicht lange mehr ist Winter / O Haupt voll Blut und Wunden / Christ ist erstanden / Jetzt fängt das schöne Frühjahr an / Ave Maria, dich lobt Musika / Nun bitten wir den Heiligen Geist)
  • Im Sommer
  • Im Herbst (Bunt sind schon die Wälder / Ach wie flüchtig, ach wie nichtig)
  • Im Winter (Der Winter ist gekommen / O Heiland reiß den Himmel auf / Zu Bethlehem geboren / Das alte ist vergangen)
  • Es war einmal ein Schäfersmann
  • Der Liebe Freud und Leid
  • Wohlauf, ihr Wandersleut
  • Auf, auf zum fröhlichen Jagen
  • Fangt euer Handwerk fröhlich an
  • Kommt und laßt uns tanzen
  • Froh zu sein bedarf es wenig
  • Für besinnliche und festliche Stunden (Viel Glück und viel Segen / Gott behüte deine Bahn / Wie mein Gott will / Ans Vaterland)
  • Danket dem Herrn
  • Weitere Lieder zur Feiergestaltung.

Die Ausrichtung ist klar und eindeutig. Da ist im Vorwort von Kraftborn und seelisch-sittlicher Erneuerung die Rede. Die Liedauswahl spiegelt aber nichts anderes als die unreflektierte Fortführung einer bestimmten Schulmusik-Ideologie, die das alleinige Heil im Volkslied sucht und findet:
Gerade in unserer Zeit sollten wir uns unseres Volksliedes als einer Lebensquelle und eines Kraftbornes zur seelisch-sittlichen Erneuerung unseres Volkes bewußt sein. Vermag doch der rechte Umgang mit den beseelten und verinnerlichten, mit kernigen, lebensfreudigen und beglückenden alten und neuen Weisen jene Kraft auszustrahlen, die Geist, Seele und Gemüt formt und veredelt! (S. 4)

Dem Vorwort des Herausgebers als Motto vorangestellt ist ein Zitat von dem Barock-Poeten Christian Weise, der auch als Pädagoge tätig war:
Wer die Musik in Ehren hält,
der hält sich selbst in Ehren.
Es ist ein Werk, das Gott gefällt
und das die Engel hören.

Es gibt ein anderes Zitat von Christian Weise, das für dieses Schulliederbuch vielleicht treffender gewesen wäre:
Ein Esel mag sich in die Löwenhaut so tief verbergen als er will, es kucken doch die langen Ohren hervor.

Titelei und Vorwort

Für Buchschmuck und Umschlagzeichnung verantwortlich ist Theodor Pape. Auf dem Titel fliegt ein Vogel der Sonnen entgegen. Das Bild, dass irgendetwas zur Sonne schreitet, fliegt oder sich bewegt, taucht in Liedern und bei Lied-Illustrationen immer wieder auf.

Übrigens …
… lag in dem Liederband, den ich 1974 auf einem Flohmarkt gekauft habe, ein kleiner Zettel in Größe einer Visitenkarte:
Gefällt Dir Dein neues Buch?
Halte es immer sauber. Den Umschlag
kannst Du mit einem feuchten Schwamm
säubern und anschließend mit einem
weichen Tuch wieder glänzend reiben.

Viel Freude und Erfolg bei der Arbeit
mit Deinem Schulbuch wünscht Dir Dein

VERLAG  F. KAMP  BOCHUM

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