Die hier abgebildeten Anzeigen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken zur Dokumentation des Themas „Musik in der Printwerbung“.
Diese Annonce ist Teil einer Kampagne des Traditionsunternehmens Vorwerk unter dem Motto: „Vorwerk verwandelt …“ Es ist ein Spiel mit Begriffen aus der bildenden Kunst, wenn Hartböden zu Artböden oder Granitböden zu Graphikböden werden. In anderen Anzeigen sollen Wohnräume in Weltträume, Eßzimmer in Tafelrunden oder auch – wie hier –Wohnzimmer in Salons verwandelt werden.
Ist es bei den zahlreichen von bekannten Künstlern entworfenen Bodenbelägen der Gegenstand selbst, der die Wirkung ausmacht, so ist es in dieser speziellen Annonce das Musikinstrument, das aus einem Wohnraum einen Salon macht. Wohnraum mit einem extra Salon, also einem saalartigen großen Empfangsraum für gesellschaftliche Zusammenkünfte, gibt es heute fast gar nicht mehr. Und private gesellschaftliche Zirkel, die sich wie im 19. Jahrhundert der Literatur oder der Musik widmeten, sind bereits im letzten Jahrhundert weitgehend von der Bildfläche verschwunden.
Heute macht der Flügel schon den Salon.
Ein Detail erkennt man nur, wenn ganz genau hinsieht. Oben auf dem Notenstapel auf dem Klaviersitz liegt der 1. Band Zum Fünf-Uhr-Tee aus dem Jahr 1922.
