Die hier abgebildeten Anzeigen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken zur Dokumentation des Themas „Musik in der Printwerbung“.
„Den Witz kennt jeder, der ist doch asbach“. Asbach gleich uralt. Wenn ein Markenname – also ein Substantiv – als Adjektiv in die Umgangssprache eingeht, dann ist die höchste Stufe der Bekanntheit erreicht. Mehr geht nicht. Da kann man sich getrost einen Asbach uralt einschenken, denn, wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon einen Asbach Uralt wert. Und automatisch ergänzt man: Im Asbach Uralt ist der Geist des Weines.
1892 gründete Hugo Asbach in Rüdesheim seine eigene Firma, nachdem er in Frankreich die Kunst des Destillierens von Weinen erlernt hatte. Sein Ziel war, einen dem französischen Cognac ebenbürtigen Weinbrand herzustellen. Am 18. März 1908 ließ er ein Patent für die Marke Asbach eintragen. Der Zusatz „uralt“ bezog sich auf die ungewöhnlich lange Reifezeit. Mit dem Versailler Vertrag wurde 1920 das französische Wort Cognac für deutsche Destillate verboten, ab sofort gab es nun den deutschen Weinbrand.
Speziell für die Damenwelt wurde 1924 die Asbach-Praline entwickelt, Hugo Asbach gilt als Erfinder der Weinbrandbohne.
Frühzeitig wurde im Hause Asbach großer Wert auf Werbung gelegt. Die Slogans veränderten sich kaum, sie blieben über Generationen in den Köpfen hängen. In den 1950er-Jahren wurde das Fernsehen intensiv in die Werbekampagnen einbezogen.
In den 1960er-Jahren erreichte der Konsum von hochprozentigen Getränken einen Höchststand. Dazu der Spiegel vom 29.1.1967:
Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen gestanden Volksbefragern, daß sie jede Woche große Freude aus kleinen Gläsern trinken. Rund 3,6 Milliarden Mark gaben sie dafür aus, sechsmal soviel wie 1938, fast soviel wie für Milch und genau die gleiche Summe, die Bonn für den Straßenbau zur Verfügung hat.
Die Werbung von Asbach setzte Jahrzehnte auf Tradition und biedere deutsche Idylle. Mit der Ragtime-Werbung wurde in den 1990er-Jahren eine Auffrischung mithilfe von Musik versucht, wobei der Slogan am Ende immer gleich blieb. In den TV-Spots war zwar kein Ragtime, aber immerhin seichter Jazz zu hören.
In Ragtime-Anzeigen wurde der Buchstabe „A“ mit dem verschnörkelten Asbach-„A“ des Marken-Logos hervorgehoben. Musikinstrument als Blickfang war die Trompete.
Weitere Informationen zu Asbach Uralt:
Übrigens …
… befindet sich auf der Rückseite dieser Annonce im Stern 47/1992 eine andere Anzeige mit Musikbezug. Hieran mag man erkennen, dass der Einsatz von Musikinstrumenten, Liedtiteln oder Begriffen aus der Musik derzeit in der Printwerbung hoch im Kurs stand.
Video
– TV-Spot Asbach Uralt Ragtime, 1993
– Asbach – Der Film: In dem Film des Asbach Besucher-Zentrums zur Geschichte des Hauses Asbach sind auch mehrere Werbespots zu sehen, unter anderem die Ragtime-Werbung (10:31).