
Mitten in den 20er-Jahren, als sie noch halbwegs golden waren, gelang Fred Raymond und Fritz Grünbaum (1) der große Wurf mit einem der ganz großen Hits der 1920er-Jahre. Das Multitalent Fritz Grünbaum hatte den jungen Fred Raymond unter seine Fittiche genommen und ihm den Auftrag zu einer Revue erteilt, die 1924 in seinem Wiener Kabarett Die Hölle aufgeführt wurde. Den Text zum Fräul´n Helen verfasste Direktor Grünbaum selbst. 1925 erschien der Schlager dann als Einzeltitel im Wiener Bohême-Verlag.
Der Komponist Fred Raymond war auch mit anderen Textern in den 20er-Jahren außerordentlich erfolgreich. Von ihm stammen so bekannte Titel wie Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren (mit Beda und Ernst Neubach), In einer kleinen Konditorei (mit Ernst Neubach) oder der Nonsense-Schlager Ich reiß mir eine Wimper aus (mit Charles Amberg).
Bilder vom Strandbad und vom Baden Ende der 1920er-Jahre liefert der Stummfilm Mutter Krausen’s Fahrt ins Glück, der in einer rekonstruierten Tonfassung vom ZDF vorliegt. Die Sequenz von 24:40 bis 26:07 ist mit dem Schlager vom Fräul´n Helen unterlegt. Die bewegten Bilder sind eine beeindruckende Milljöh-Studie, ganz im Sinne von Heinrich Zille. Die Anregung zu dem sozialkritischen Film kam übrigens auch von Zille, der allerdings wenige Monate vor der Filmpremiere (30.12.1929) verstorben war.
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(1) Grünbaum konnte 1938 nach dem Einmarsch der Nazis in Österreich nicht mehr rechtzeitig fliehen, er kam ins KZ Dachau, dann nach Buchenwald und wieder zurück nach Dachau, wo er 1941 ums Leben kam.
HB
– Robert Koppel, Wiener Boheme Orchester
– Stummfilm Mutter Krausen’s Fahrt ins Glück
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4. Wiener Bohême Bilderbogen auf der Rückseite