
Die vorliegende Ausgabe der Rosenlieder ist in einen zusätzlichen Umschlag eingelegt. Die Verlagswerbung auf der Rückseite gibt Auskunft über Dichtungen und Gesänge von Philipp zu Eulenburg.
Diese vertonte Rosen-Poesie im Fünferpack war in den 1970er- und 1980er-Jahren in fast jedem Notenstapel in Antiquariaten zu finden. Das lässt auf einen hohen Verbreitungsgrad in der ersten Hälfte es Jahrhunderts schließen. Auch andere Kompositionen aus der Feder des adligen Diplomaten Philipp Fürst zu Eulenburg waren um die Jahrhundertwende sehr populär: Liederzyklen, dramatische Gesänge, Lieder im Volkston.
Es waren aber nicht seine Musikwerke, die Eulenburg zu einer der bekanntesten Personen im ausgehenden Kaiserreich machten. Es war seine enge Beziehung zu Kaiser Wilhelm II.
Sein Einfluss als Vertrauter des Kaiser war einigen ein Dorn im Auge. Die Berater des Kaisers trafen sich im sogenannten Liebenberger Kreis. Einigen Mitgliedern, so auch Eulenburg, wurden homosexuelle Beziehungen vorgeworfen, was derzeit nach § 175 unter Strafe stand und bei Bekanntwerden das gesellschaftliche Aus bedeutete. Treibende Kraft in mehreren Prozessen gegen Mitglieder des Liebenauer Kreises war der Verleger und Publizist Maximilian Harden.
Gewidmet sind die Rosenlieder der Baronin Gisela Hess-Diller, geb. Gräfin Gallenberg.
HB
Philipp zu Eulenburg – Rosenlieder, Kammersänger Marcel Wittrisch (Tenor) mit Orchester und Orgel, Ltg. Bruno Seidler-Winkler.
