Bunte Tänze, Band 2, [1918] 1930

Sammlung niederdeutscher Volkstänze
13. Auflage
weitere Personen
Ort
Jahr
1930
Format
Rücken 30 – 35 cm
Rubriken
Aspekte

Infos/Kommentar

Hefte aus der Reihe Bunte Tänze sind hier unter „Liederbücher“ aufgenommen, da sie auch zahlreiche Lieder mit Texten enthalten, zu denen es ausführliche Tanzbeschreibungen gibt. Mehr zur Reihe siehe unter Band 1.

Der 2. Band erschien 1930 in der 13. Auflage, herausgegeben von Anna Helms und Julius Blasche, Klaviersätze von Wilhelm Koehler-Wümbach, Buchdeckel und Bilder von Professor Arthur Illies, Hamburg.

Im Zusammenhang mit dieser Volksliedsammlung ist immer wieder von einer neuen Volkskultur die Rede. Zur Reihe schrieb zum Beispiel die Zeitschrift Volkstum und Volksbildung:
Die „Bunten Tänze“ sind sowohl wegen ihrer Reichhaltigkeit als auch wegen ihrer prächtigen äußeren Ausstattung das Beste, was bis jetzt an Volkstanzsammlungen veröffentlicht wurde. Reife Früchte der unermüdlichen Arbeit des Geestländer Tanzkreises, des Wandervogels, Gau Nordmark usw. Man spürt in ihnen die Lebendigkeit starken Schaffens und des Glaubens an die Bedeutung des Volkstanzes für die Neugestaltung der Volkskultur. Den ganz einfach harmonischen Klaviersätzen ist bei Singtänzen der Text unterlegt.

Und im Vorwort zur Auflage von 1918 schreiben die Herausgeber Anna Helms und ihr Ehemann Julius Blasche, dass es einen neuen Tanz, gesund und reichgestaltet noch zu schaffen gilt. Weiter heißt es dort:
Dazu muß in uns erst einmal unsere Heimat wieder wach geworden sein, unser niederdeutsches Volkstum sich geregt haben. Dann werden wir die Schönheit der Tänze erkennen, ebenso wie wir das stolze Wort der Rembrandtdeutschen verstehen lernen, daß eine neue deutsche Kultur aus niederdeutschem Geiste geboren wird. Schon einmal hat er sich fruchtbar erwiesen.

Damit beziehen sie sich auf die völkisch-antisemitische Schrift Rembrandt als Erzieher von Julius Langbehn, die (vor allem in Norddeutschland) die Heimatkunstbewegung nachhaltig geprägt hat. Lengbehns Schrift wurde von Teilen der Jugendbewegung begierig aufgenommen und auch in Künstlerkreisen fand er zahlreiche Anhänger.

Wir fangen ja erst an, uns auf unsere Heimat zu besinnen. Sind wir erst mit allen Fasern wieder fest mit ihr verwachsen, dann wird sich auch in uns die Schöpferkraft echter Volkskunst regen. Da scheint im Vorwort 1918 schon durch, was mit der Heimatkunstbewegung begann und nahtlos in die völkisch-nationalsozialistische Volkskunst gemündet ist.

In diese ideologische Welt passt auch das Titelblatt und die Illustrationen von Arthur Illies. Mehr zu Illies unter „Notentitel“.

PDF
– Innentitel
– Vorwort 1918 und zur 6. und 10. Auflage
– Inhalt
– Beispielseiten
– Inhaltsverzeichnisse der elf Bände (S. 62-64)
– Verlagswerbung auf der Rückseite