
Lieder der Heimath. Eine Sammlung der vorzüglichen Dichtungen im Bilderschmucke deutscher Kunst. Herausgegeben von Ludwig Bund. Fünfte Auflage 1880.
Mit nahezu 200 Holzschnitt-Illustrationen und sechs farbigen Bildern nach Allwine Schrödter und Profesor C. Scheuren.
Dieser prachtvoll ausgestattete Band ist kein Liederbuch, obwohl der Titel Lieder der Heimath verspricht. Zahlreiche Gedichte dieser Anthologie sind Vorlagen für Liedkompositionen. Zusammen mit den (zum Teil ganzseitigen und farbigen) Illustrationen bietet die Sammlung einen tiefen Einblick in die Welt der Romantik.
Der Herausgeber Ludwig Bund (1828-1886) hatte zunächst eine militärische Laufbahn begonnen, bevor er seine schriftstellerischen Talente ausleben konnte. Schon früh suchte er den Kontakt zu gebildeten Kreisen und zu den Malern der Düsseldorfer Kunstakademie. Bund schrieb nicht nur Gedichte und Märchen, er trat auch als Herausgeber in Erscheinung.
Die erste Ausgabe der Lieder der Heimath erschien 1863. Dieser Blütenlese vorangestellt ist eine „Widmung“ des Herausgebers:
Ein neuer Frühling sendet hier die Blüthe,
Ein Frühling, dem die Sonne nie genommen!
Wie Du den Mai begrüßest im Gemüthe,
Heiß´ deine Heimath Lieder auch willkommen!
[…]
Der Heimath Lieder! Allbekanntes Tönen!
Ein voller Strom von reinen Wiesenbächen: –
Der holden Maid, den frischen deutschen Söhnen,
Soll ihre Weise laut vom Herzen sprechen!
O möchten sie das Leben sonnig lichten
den sanften Frau´n in stiller Häuslichkeit,
Dem Mann im Kreise sweiner ernsten Pflichten –
So bleiben sie dem ganzen Volk geweiht!
In der Ausgabe von 1880 fügt Ludwig Bund ein Vorwort hinzu, Widmung und Vorwort sind in Reimen verfasst. Das unpoetisch mit Zur neuen Auflage überschriebene Gedicht beginnt so:
Ein Lenz am Rhein, o sel´ge Lust!
Das All durchglüh´n die Sonnenlichter;
Die Wonne strömt in jede Brust,
Und jeder Wandrer wird zum Dichter.
Vom Berge, den die Rebe schmückt,
In Schaaren steigt´s zum Hain hernieder,
Und jeder Mund, so frohbeglückt,
Singt lenzberauscht der Heimath Lieder. –
Ein wichtiges Anliegen war Bund die Ausstattung des Bandes mit Illustrationen (Was Deines Lebens reichen Lenz durchklungen / Tritt Dir entgegen hier in Wort und Bild). Dabei kamen ihm seine engen Kontakte zur Düsseldorfer Kunstakademie zugute. Namentlich genannt werden auf dem Innentitel Alwine Schrödter (hier Allwine mit zwei „l“) und Caspar Scheuren. Der Schmucktitel wurde von Scheuren gestaltet, der u. a. auch durch die Ausstattung des Allgemeinen Kommersbuchs bekannt wurde.

Das vorliegende Exemplar der Lieder der Heimath wurde, wie aus der Widmung hervorgeht, am 31.3.1881 zur Erinnerung an die Einsegnung verschenkt.
PDF
– Verzeichnis der Dichter (S. 209-212)
– Anfänge der Gedichte (S. 212-214)