Kuckuk und Jägersmann

Auf einem Baum ein Kuckuck
Musik von
Text von
bearbeitet von
Quelle
Erk/Böhme, Deutscher Liederhort
Herkunft Region

Zeitl. Einordnung

1800 – 1900
Aspekte
Personen

Infos/Beschreibung

Kuckuk und Jägersmann (Auf einem Baum ein Kuckuck)
Quelle: Erk, Ludwig/ Böhme, Franz M.: Deutscher Liederhort. Auswahl der vorzüglicheren Deutschen Volkslieder, Leipzig 1893, Band III, S. 527

Das Lied Auf einem Baum ein Kuckuck wurde von Erk/ Böhme 1893 unter der Überschrift Kuckuk und Jägersmann in den Deutschen Liederhort aufgenommen, notiert in G-Dur und im  5/4-Takt.

Anscheinend wurde das Lied auch in Studentenkreisen gesungen. Der Hinweis unter dem Lied auf die Bierstrafe lässt darauf schließen, dass jede Strophe zweimal gesungen wurde und dass beim ersten Mal das letzte Wort ausgelassen werden musste (ähnlich wie bei  Pfänderliedern wie z.B. Jetzt fahr´n wir übern See).

Das Lied Auf einem Baum ein Kuckuck hat mich seit meiner Grundschulzeit fasziniert – warum, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht war es die eigenartige Geschichte: Ein Vogel wird erschossen, ist aber anscheinend nicht tot, denn im nächsten Jahr ist er wieder da. Unser Lehrer bot uns damals als Lösung die Version an, dass mit dem Kuckuck der Frühling gemeint sein könne. Jahreszeiten vergehen und sind dann im nächsten Jahr wieder da.

Seit der Zeit des Vormärz erschien das Lied, das wohl aus dem Bergischen stammt, in unterschiedlichen Sammlungen und wurde in der Regel als Kinderlied eingestuft. Mit Hinweis auf die Entstehungszeit wurde das Lied auch als Freiheitslied politisch interpretiert, der Kuckuck symbolisiere den Freiheitsdrang des Volkes, das sich gegen die Willkür der absoluten Herrscher zur Wehr setzt.

Die heute verbreitete Melodie besteht in den ersten fünf Tönen aus dem Dur-Dreiklang, für G-Dur also mit den Anfangstönen d- h- g- h- d. Bei älteren Fassungen war der 4. Ton ein a, was sich aber nicht durchgesetzt hat.

Die Notierung der Melodie im 5/4-Takt findet sich bereits bei frühen Fassungen. Im Laufe der Zeit hat es alle möglichen anderen Versuche gegeben, das Lied im 4/4-Takt, in anderen geraden Takten, oder auch mit verschiedenen Taktwechseln festzuhalten. Der 5/4-Takt als Zusammensetzung aus 3 + 2 ergibt eine Regelmäßigkeit, die allerdings eine ungewöhnlich lange Pause vor jeder neuen Strophe erzwingt. Taktwechsel zwischen geraden und ungeraden Takten waren in der Volksmusik (z.B. Volkstanz Zwiefacher) durchaus nicht ungewöhnlich.

Heute gängige Textfassung Auf einem Baum ein Kuckuck

Auf einem Baum ein Kuckuck –
sim sa la dim bam ba sa la du sa la dim,

auf einem Baum ein Kuckuck saß.

Da kam ein junger Jäger –
sim sa la dim bam ba sa la du sa la dim,
da kam ein junger Jägersmann.

Der schoss den armen Kuckuck –
sim sa la dim bam ba sa la du sa la dim,
der schoss den armen Kuckuck tot.

Und als ein Jahr vergangen –
sim sa la dim bam ba sa la du sa la dim,
und als ein Jahr vergangen war.

Da war der Kuckuck wieder –
sim sa la dim bam ba sa la du sa la dim,
da war der Kuckuck wieder da!

Da freuten sich die Leute –
sim sa la dim bam ba sa la du sa la dim,
da freuten sich die Leute sehr.

Von den vielen Interpretationen von Auf einem Baum ein Kuckuck ist die von Rio Reiser besonders hervorzuheben.

Begleitsatz zu Auf einem Baum ein Kuckuck

HB/Video
– Rio Reiser-Interpretation des Liedes
– Kinderlieder-Fassung