Zeitl. Einordnung
O Tannenbaum ist eine der bekanntesten Volksliedmelodien überhaupt. Das mag auch der Grund sein, warum zu der eingängigen Melodie unzählige Parodien entstanden sind – von dem harmlosen Der Weihnachtsmann geht Äppel klaun bis hin zu politischen Anspielungen Der Kaiser hat in´Sack gehaun, Hymnen wie Maryland, My Maryland und platten Zoten. Jedes Kind kennt heute mindestens eine Textvariante.
Die Melodie lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Die hier vorliegende Fassung von der untreuen Geliebten wurde 1819 von August Zarnack getextet. Ganz gleich, worum es auch immer ging, der gute alte Baum mit den grünen Blättern, die in Wirklichkeit Nadeln sind, eignete sich zum Vergleich für Vieles. In den beiden bekanntestes Versionen geht es um Liebe und Untreue, in der Weihnachtslied-Fassung um Trost, Hoffnung und Beständigkeit.
Die hier vorliegende Fassung für Gesang mit Klavierbegleitung stammt von 1925 aus der Arnoldis Edition Nr. 51 Deutschlands Liederschatz, S. 112.