Nein, dieser Schlager stammt nicht von dem blonden Hans von der Waterkant, der mit seinen wasserblauen Augen alle Frauen und manche Männer betört hat. Mehr als 30 Jahre vor seinem Auftritt im Film Große Freiheit Nr. 7 war Auf der Reeperbahn nachts um halb eins bereits ein populäres Stimmungslied. Die ersten, die dem Schlager zum Durchbruch verholfen haben, waren die Gebrüder Wolf, die heute leider nur noch wenige kennen. Als Verfasser von Text und Musik wird in der Notenausgabe von 1912 Ralph Arthur Roberts angegeben, der zu der Zeit als Schauspieler am Hamburger Thalia-Theater engagiert war. Am Text beteiligt war auch Roberts Schauspiel-Kollege Alfred Müller-Förster.
Wie man auf dem Titelblatt erkennen kann, haben dann wohl die Gebrüder Wolf das Copyright gesichert.

Wer das Titelblatt gemacht, ist nicht ersichtlich. Es gibt noch eine weitere Ausgabe mit ähnlichem Titelblatt, das mit O.N. signiert ist.
Auf der Rückseite dieses Notenblatts wirbt der Hamburger Musikverlag Heinrich Kreisler für Lieder von Martin Knopf. Der Komponist schrieb zahlreiche Lieder, Chansons und Schlager für damals bekannte Interpreten, worauf auch in der Verlagswerbung hingewiesen wird. Aus dem Repertoire von Anna Müller-Lincke, Liane Leischner, Olly Jera und Werner Alberti.
Als 1933 die Nazis an die Macht kamen, emigrierte der Komponist Martin Knopf über Österreich und Belgien nach Frankreich. Dort wurde er 1944 von den deutschen Besatzern aufgegriffen, nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Mehr zu den Gebrüdern Wolf siehe auch An de Eck steiht´n Jung mit´n Tüdelband, 1911.
HB
Aufnahme mit den Gebrüdern Wolf
Aufnahme mit Hans Albers
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Rückseite Werbung des Hamburger Musikverlags Heinrich Kreisler für Kompositionen von Martin Knopf.