Zeitl. Einordnung
Auf dieser Ansichtskarte (um 1900, ungelaufen) sind alle fünf Strophen des Borkum-Liedes abgedruckt. Herausgegeben wurde sie vom Verlag E. Adami in Emden.
Beim Lesen der Textauszüge sollte man sich vergegenwärtigen, dass der Text nicht aus den 30er-Jahren stammt, sondern kurz vor der Jahrhundertwende.
Text-Auszüge:
Es herrscht im grünen Inselland
Ein echter deutscher Sinn.
Drum alle, die uns stammverwandt,
Ziehn freudig zu dir hin.
An Borkums Strand nur Deutschtum gilt,
Nur deutsch ist das Panier.
Wir halten rein das Ehrenschild
Germanias für und für!
Doch wer dir naht mit platten Füßen,
Mit Nasen krumm und Haaren kraus,
Der soll nicht deinen Strand genießen,
Der muß hinaus! der muß hinaus!
In Abgrenzung zur Insel Norderney heißt es:
´ne Lustfahrt, die von Norderney
Hier eines Tags traf ein,
Da war´n auch „unsre Leit“ dabei,
Wie´s anders nicht konnt´ sein.
Doch als man die hier hat erblickt,
Rief alles im Verein:
„Borkum bewahre deinen Strand,
Nichts Koschres laß herein!“
Rebeckchen Meier und Herr Lewi
Kehrt schnell nach Norderney nach Haus
Allhier auf Borkums grünere Insel
Blüht euch kein Glück, Ihr müßt hinaus.
Und in der letzten Strophe wird das noch einmal drastisch belkräftigt:
… „Borkum, der Nordsee schönste Zier,
Bleib du von Juden rein,
Laß Rosenthal und Lewisohn
In Norderney allein!“
Mehr Infos siehe auch Karte von 1901.