Zeitl. Einordnung
Den Text des Kampfliedes Dem Morgenrot entgegen schrieb der Bremer Lehrer Heinrich Eildermann 1907. Veröffentlicht wurde es unter dem Pseudonym Heinrich Arnulf. Als Melodie diente ihm das Andreas-Hofer-Lied Zu Mantua in Banden, die Tiroler Hymne, zu der es zahlreiche Textvarianten gab (u. a. Wir sind die Arbeitsmänner, das Proletariat/Wer schafft das Gold zutage).

Dem Morgenrot entgegen
ihr Kampfgenossen all!
Bald siegt ihr allerwegen,
bald weicht der Feinde Wall!
Mit Macht heran und haltet Schritt!
Arbeiterjugend, will sie mit?
Wir sind die junge Garde
des Proletariats!
Wir sind die junge Garde
des Proletariats!
Wir haben selbst erfahren
der Arbeit Frongewalt
in düstren Kinderjahren
und wurden früh schon alt.
Sie hat an unserm Fuß geklirrt,
die Kette, die nur schwerer wird.
Wach auf, du junge Garde
des Proletariats!
Wach auf, du junge Garde
des Proletariats!
Die Arbeit kann uns lehren,
sie lehrte uns die Kraft,
den Reichtum zu vermehren,
der unsre Armut schafft.
Nun wird die Kraft, von uns erkannt,
die starke Waffe unsrer Hand!
Wir sind die junge Garde
des Proletariats!
Wir sind die junge Garde
des Proletariats!
Wir reichen euch die Hände,
Genossen all, zum Bund!
Des Kampfes sei kein Ende,
eh‘ nicht im weiten Rund
der Arbeit freies Volk gesiegt
und jeder Feind am Boden liegt.
Vorwärts, du junge Garde
des Proletariats!
Vorwärts, du junge Garde
des Proletariats!
In dem Jugendliederbuch von 1929 lag ein Zeitungsausschnitt, ohne Quellenangabe, vermutlich aus einer Bremer Zeitung. Der Verfasser Heinrich Eildermann ist der Autor des Liedes Dem Morgenrot entgegen. Vorangestellt ist eine redaktionelle Vorbemerkung:
Aus dem reichen Erinnerungsschatz des verdienten sozialistischen Kämpfers, der kürzlich seinen 70. Geburtstag beging, bringen wir einige Episoden.
Also wird der Artikel wohl 1949/1950 erschienen sein, denn Eilderman wurde am 10.12.1879 in Bremen geboren.
In dem Artikel beschreibt Eildermann seine Poeterei als Gelegenheitstätigkeit. Sein Augenmerk lag vor dem Weltkrieg auf der Schulreform, er erwähnt die Zusammenarbeit mit den Reformpädagogen Fritz Gansberg und Heinrich Scharrelmann. Nach dem Ersten Weltkrieg engagierte er sich im Arbeiterrat der Bremer Räteregierung. 1925 quittiert er den Schuldienst und hielt sich danach mehrfach in der Sowjetunion auf.
HB
– Aufnahme mit dem Chor der Arbeiterfestspiele Soldaten singen (DDR)
– Marsch mit dem Republikanischen Blasorchester 1928, Dirigent: Willy Kuhn – Das Lied Dem Morgenrot entgegen beginnt bei 1:05