Deutsche Hymne, 1948 [um 1925?]

Leuchte, scheine, goldne Sonne, über dieses freie Land!
Musik von
Text von
bearbeitet von
Quelle
Liederbuch für unsere schaffende Jugend
Herkunft Region

Zeitl. Einordnung

1933 – 1945
Rubriken

Infos/Beschreibung

Diesen Text von Heinrich Lersch habe ich dem Liederbuch für unsere schaffende Jugend entnommen, 1948 herausgegeben vom Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Verlag Kunst im Westen, Essen.

In diesem Liederbuch steht die Deutsche Hymne am Anfang, quasi als Motto oder vorangestellte Hymne.

Der als Arbeiterdichter bekannte Heinrich Lersch, 1936 gestorben, gehörte im Oktober 1933 zu den Unterzeichnern eines Gelöbnis, in dem 88 Schriftsteller Hitler treueste Gefolgschaft versicherten. Kommentar dazu des Sozialdemokraten Max Braun aus dem Saarland (noch vor der Volksabstimmung): Wes Brot sie essen, des Lied möchten sie singen.

Für Lersch, der 1935 in die NSDAP eintrat, zahlte sich das aus. Seine Gedichte und Lieder tauchten überall in nationalsozialistischen Publikationen auf. Allein sein Gedicht mit der Anfangszeile Leuchte, scheine, goldne Sonne gibt es in unterschiedlichen Textvarianten und mit verschieden Titeln in mehr als 20 [!] NS-Liederbüchern, darunter die auflagenstarken HJ- und BDM-Liederbücher.

In der 2. Auflage des BDM-Liederbuchs Wir Mädel singen von 1939 (591.-620. Tausend) findet sich zum Beispiel das Morgenlied der neuen Arbeiter. Die Melodie schrieb Fritz Sotke, der bereits 1932 NSDAP-Mitglied wurde, 1944 der SS beitrat und eifrig für die Hitlerjugend komponierte.

Dass die Herausgeber des DGB-Liederbuchs nichts von diesen Zusammenhängen gewusst haben, ist fast ausgeschlossen, zumal sie als Liederexperten einen guten Überblick hatten, wo welche Lieder publiziert waren.

PDF
Morgenlied der neuen Arbeiter aus dem BDM-Liederbuch mit der Melodie von Fritz Sotke.