Zeitl. Einordnung
Der Soldat hat einen Säbel
und er hat auch ein Gewehr,
darum lieben alle Mädel ihn so sehr!
Vom Kinderlied bis zum Tanz-Schlager – die Verherrlichung des Soldatentums war bis weit ins 20. Jahrhundert immer Thema. Erstaunlich ist, dass nach den Kriegserfahrungen des Ersten Weltkriegs in der Schlagerbranche, der Film- und Operettenwelt die Begeisterung für Militär und Uniform keinen Dämpfer ungebrochen war.
Mehr dazu, siehe Textfassung.
Die vorliegende Fassung des Tonfilmschlagers ist ohne Text abgedruckt im 13. Band von Beim Tanz der Jugend aus dem Jahre 1930 auf S. 22/23. Genau dort fand ich, quasi als Lesezeichen, das herausgelöste Titelblatt des Liederbuchs Gloria Victoria!

Der Inhalt: 212 Soldaten-, Kriegs-, Volks-, Vaterlands-, Heimat-, Rhein-, Flotten- und Wanderlieder (…) Siegesklänge und Märsche (siehe Abbildung). Die Rückseite des Liederbuch-Titelblatts klingt nicht minder kriegerisch. Wie und warum dieses Blatt von 1914 in das Tanz-Album von 1930 kam, bleibt ein Rätsel.
Der Refrain des Schlagers Der Soldat hat einen Säbel wurde in den 1930er Jahren auch mit einem kleinen Werbe-Zettel (8 x 12 cm) verbreitet. Statt des Wortes Refrain steht über dem Text, entsprechend der politisch korrekten Ausdrucksweise im Nazi-Deutschland, der Begriff Kehrreim. Unter dem Text der Hinweis: Zu beziehen durch jede Musikalienhandlung. Auf der Rückseite des Zettels ein Foto der Sängerin Nelly Marion.

