Es ist ein Schnitter, heißt der Tod (Des Knaben Wunderhorn), 17. Jh.

Es ist ein Schnitter, heißt der Tod, hat Gewalt vom großen Gott.
Text von
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Quelle
Schellenberg, Ernst Ludwig, Das deutsche Volkslied. Band 1
Herkunft Region

Zeitl. Einordnung

Dreißigjähriger Krieg 1618 – 1648
Personen

Infos/Beschreibung

In dem von Ernst Ludwig Schellenberg herausgegebenen Bänden Das deutsche Volkslied. Ein Hausschatz von über 1000 der besten deutschen Volkslieder (Verlag Hugo Bermühler, Berlin-Lichterfelde 1915) gibt es in Band 1 drei Lied-Fassungen auf den Text Es ist ein Schnitter heißt der Tod:

Das Lied vom Schnitter Tod ist eines der eindrucksvollsten Lieder über das menschliche Leben und den Tod. Es gehört zu den sogenannten geistlichen Volksliedern, die im 17. Jahrhundert und in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges sehr populär waren.

Die Vorstellung, dass Gevatter Tod, personifiziert dargestellt als Henker oder Gerippe mit der Sense in der Hand, irgendwann jeden Menschen zu sich holt, war seit dem Mittelalter verbreitet. Dazu gibt es viele allegorische Darstellungen vom Tod als Sensenmann, dem keiner entkommen kann, ganz gleich, ob arm oder reich: Ob König oder Bettelmann, irgendwann tanzt jeder mit dem Sensenmann.

Wer den ersten Text des Schnitterliedes (vermutlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts) verfasst hat, ist nicht bekannt. Die als Flugblatt gedruckte erste schriftlich vorliegende Fassung hatte bereits 16 Strophen, spätere Fassungen kamen auf über 40 Strophen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Lied in die Sammlung Des Knaben Wunderhorn aufgenommen.

Bei der vorliegenden Ausgabe sind nur vier der bekannteren Strophen abgedruckt:

Es ist ein Schnitter, heißt der Tod,
hat G´walt vom großen Gott.
Heut´ wetzt er das Messer,
es schneid´t schon viel besser,
bald wird er drein schneiden,
wir müssen´s nur leiden.
   Hüt´ dich schöns Blümelein!

Was heut noch grün und frisch dasteht,
wird morgen schon weggemäht:
Die edle Narzissel,
die englische Schlüssel,
die schön‘ Hyazinth,
die türkischen Bind´´.
   Hüt´ dich schöns Blümelein!
Viel hunderttausend ungezählt,
was nur unter die Sichel fällt:
Rot Rosen, weiß Lilien,
beid´ wird er austilgen
ihr Kaiser-Kronen,
man wird euch nicht schonen.
   Hüt´ dich schöns Blümelein!

Trutz, Tod, komm her, ich fürcht dich nit!
Trutz! komm und tu´ ein Schnitt!
Werd ich auch verletzet,
so wird´ ich versetzet
in den himmlischen Garten,
auf den wir all warten.
   Freu´ dich, schöns Blümelein!


HB
– Short Tailed Snails: Der Schnitter Tod
– Liederjan: Schnitter Tod