Zeitl. Einordnung
Lichtenburger Lager,
wir verlassen dich,
Eltern, Frau und Kinder
werden freuen sich,
wenn wir wieder weilen
ganz in ihrer Näh‘.
Holdari, faldara!
Holdari, faldara!
Lichtenburg, leb wohl, adieu!
Keiner kam freiwillig
jemals zu dir hin,
Wann blüht uns die Freiheit –
das war unser Sinn.
Solche lange Trennung
tut uns allen weh.
Holdari, faldara!
Holdari, faldara!
Lichtenburg, leb wohl, adieu!
Wenn aus deinen Mauern
froh hinaus wir ziehn,
sagt von uns wohl keiner
dir „Auf Wiedersehen“!
Denn von dir das Scheiden
tut uns niemals weh!
Holdari, faldara!
Holdari, faldara!
Lichtenburg, leb wohl, adieu!
Das KZ Lichtenburg ist weniger bekannt als Buchenwald oder Sachsenhausen. Es befand sich in einer alten Schlossanlage in der kleinen Stadt Prettin im östlichsten Zipfel von Sachsen-Anhalt. Die Anlage wurde vor 1933 als Zuchthaus genutzt, bevor die Nazis sie zu einem Konzentrationslager für Männer umfunktionierten. Ab 1937 wurde Lichtenburg zu einem Frauen-Konzentrationslager umgewandelt.
Die Besonderheiten des Männer-Lagers Lichtenburg und die kulturellen Aktivitäten schildert Max Herm in einem Bericht (s. Lieder aus den faschistischen Konzentrationslagern, S. 104). Im Unterschied zu Sachsenhausen und Buchenwald gab es in Lichtenburg keine organisierte illegale Kulturarbeit. Es gab in Lichtenburg keine Gemeinschaftsunterkünfte, sondern nur Zellen und Säle.
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Lichtenburger-Lagerlied, Text und Melodie