Zeitl. Einordnung
Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Berlin den ersten katholischen akademischen Lesezirkel. Nach und nach wurden auch in anderen Universitätsstädten ähnliche Vereine gegründet, die sich von studentischen Verbindungen dadurch unterschieden, dass sie keine Farben trugen und auch das Fechten ablehnten.
1898 wurde der Verband der katholischen Studentenvereine als Dachverband der Einzelvereine gegründet. Zu diesem Anlass entstand das Verbandsbundeslied. Es wurde nach einem allgemeinen Wettbewerb von der General-Versammlung 1898 als offizielles Verbandsbundeslied angenommen.
Den Text schrieb Julius Pohl, vertont wurde er von dem Komponisten Karl [auch Carl] Wilhelm, der 1854 mit Die Wacht am Rhein zu einiger Berühmtheit gelangte.
Das Verbandsbundeslied reiht sich ein in die von Pathos triefenden patriotischen Hymnen.
Nun roll zum Himmel deine Feuerwellen,
du Bundeslied, du heil´ger Brudersang!
Die Augen leuchten und die Pulse schwellen,
das volle Herz wallt auf beim Jubelklang.
Rauch kühn und hehr vom Fels zum Meer,
du Päan [altgriechische Preislied] auf dem edlen Bund,
der wie ein Turm im Zeitensturm
verankert steht auf Felsengrund;
das Kreuz schmückt seine Fahne,
uns zu mahnen höchster Bahnen hoch,
himmelan zu Gott vom Erdenrund.
Die 3. Strophe enthält das christliche Bekenntnis:
… Durch Wirrsal kann uns nur der Glaube tragen,
den himmelher uns Gottes Sohn gebracht.
Durch Well´ und Wind den Port gewinnt,
wer sich bekennt zu Christ dem Herrn! …
Und die letzte Strophe:
So laßt uns, Brüder, fest zum Banner stehen,
das ob uns flattert, licht wie Morgenrot!
Treu, wahr und fromm laßt uns durchs Leben gehen,
treu, wahr und fromm in Glück und Not und Tod!
Und Herz und Hand sei zugewandt
dem Vaterland mit deutschem Mut!
Hoch deutsches Reich, an Ehren reich,
wir stehn zu dir mit Gut und Blut!
Wo solche Fahnen fliegen,
wirst du siegen, nie erliegen!
Heil Dir, Germania, fahr hoch, fahr gut!
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