Das Wort zum Lied – 2000 Texte, 1925

Eine Textprogramm-Sammlung für Hörer der Funkkonzerte, Konzertbesucher u. Grammophonfreunde
3. unveränderte Auflage
Autoren/ Hg.
weitere Personen
Ort
Jahr
1925
Format
Rücken 18,5 – 22,5 cm

Infos/Kommentar

Der erste Band der umfangreichen Textsammlung von Julius Lerche ist nicht datiert (vermutlich 1925 erschienen). Im zweiten Band steht unter dem Vorwort von Lerche das Datum August 1928. Beide Bände wurden von der Edition Bote & G. Bock in Berlin herausgegeben. Zielgruppen sind im Untertitel genannt: Hörer der Funkkonzerte, Konzertbesucher und Grammophonfreunde.

Bei der Zusammenstellung der Texte konnte Julius Lerche auf das Kartell lyrischer Autoren zurückgreifen, einem 1902 gegründeten Interessenverband von Schriftstellern, die sich um die Veröffentlichung von Lyrik in Anthologien, Einzelbänden und Zeitschriften kümmerten. In einem Nachwort bedankt sich Lerche bei dem Kartell (S. 325) für die Unterstützung.

Ein alphabetisches Verzeichnis aller Dichter der Liedertexte des vorliegenden Bandes ist ab S. 308 zu finden.

Die Gelegenheitslieder werden gesondert aufgeführt, sie sind wie folgt untergliedert:

  1. Geistliche Lieder
  2. Helden-, Soldaten- und Vaterlandslieder
  3. Kinder- und Wiegenlieder
  4. Rhein-, Wein- und Trinklieder
  5. Übermütige Lieder
  6. Volkslieder

Bei der ersten Gruppe (Geistliche Lieder) gibt es die weitere Unterteilung in Allgemein, Marienlieder, Weihnachten und Verschiedene Feste. Besonders originell ist die Benennung der Rubrik Übermütige Lieder.

Die Tonsetzer sind ab S. 322 alphabetische aufgeführt. Am Ende des Bandes, vor dem Werbeteil, sind auch alle Verlage aufgeführt, die jeweils mit einem Kürzel unter jedem Liedtext verzeichnet sind. Das umfangreiche Inhaltsverzeichnis nach Anfängen und Überschriften der Liedtexte umfasst 12 (!) klein bedruckte Seiten (S. 326-337).

Am Ende des Bandes sind zahlreiche sehr interessante Annoncen zu finden (S. 339 -360).

Nachdem 1923 das Zeitalter des öffentlichen Rundfunks in Deutschland begonnen hatte, nahm das neue Medium eine rasante Entwicklung. Waren anfangs die Zusatzangebote in Form von Büchern und Zeitschriften für Funkfreunde hauptsächlich technisch ausgerichtet, so veränderten sich mit wachsender Zuhörerschaft die Inhalte in Richtung Programminformationen. Der Verlag Bote & Bock hatte neben den beiden Bänden Das Wort zum Lied auch ein reichhaltiges Angebot an weiteren „Hilfsmitteln“ für die Hörerschaft der Funkkonzerte im Programm.

So gab es bei Bote & Bock zum Beispiel das Textbuch-Abonnement. „Radio in jedem Stock, Texte liefert Bote/Bock“, so der Slogan in der Werbung auf S. 353, illustriert von Alfred Werner. Mit 5.- Mark Anzahlung bekam man über 2 – 3 Monate Radio-Textbücher zugestellt.

Bote und Bock 353 Ausschnitt
Ausschnitt aus der Annonce von Bote & Bock auf S. 353

Neben einigen weiteren Anzeigen von Bote & Bock (u. a. für Moderne Klaviermusik, Klavier-Alben, Lieder-Alben, Klavierauszüge oder durch den Rundfunk verbreitete Vortragsstücke), enthält der ausführliche Werbeteil am Ende des Bandes viele interessante Anzeigen von anderen Verlagen oder Grammophon-Firmen. Die Anzeige (S. 345) für die erste bedeutende Rundfunk-Zeitschrift sei hier besonders erwähnt. Unter dem Titel Der Deutsche Rundfunk erschien das um die 80 Seiten starke Heft wöchentlich für 50 Pfennig. Der Verlag des „Deutschen Rundfunk“ saß in der Linienstraße 139/40 in Berlin. Zu dem Verlag gehörte ein Spezial-Radio-Buchladen mit angeschlossenem Lesesaal und einem eigenen Prüflaboratorium zur Prüfung von Apparaten mit Bastlerwerkstatt. Die Mitgliedskarte zur Bastelgemeinschaft des Deutschen Rundfunk war kostenlos.

Vollständiger Annoncen-Teil.
Zweiter Band 1928.

PDF
– Titelei
– Vorwort von Julius Lerche
– Inhaltsverzeichnis
– ausgewählte Textseiten
– Verzeichnis der Gelegenheitslieder
– Tonsetzer Verzeichnis
– Nachwort von Lerche
– erste und letzte Seite vom Inhaltsverzeichnis