
Neben den drei Bänden von Erk/Böhme sind die beiden großen Bände Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten (kurz: Der große Steinitz) die zweite unverzichtbare Quelle bei der Beschäftigung mit deutschsprachigen Volksliedern. Wolfgang Steinitz widmet sich schwerpunktmäßig jenen Liedern, die in den bürgerlichen Sammlungen gar nicht oder nur marginal auftauchen.
Der erste Band, der 1954 in Ost-Berlin erschien, befasst sich mit Liedern der Dorfarmut und der Bauern im 15./16. Jahrhundert, der Handwerker im 16./17. Jahrhundert und der Soldaten und Arbeiter im 18. und 19. Jahrhundert. Der zweite Band folgte acht Jahre später und befasst sich mit den politischen Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert.
Die beiden großformatigen Bände (22cm x 28 cm) waren sowohl im Osten als auch im Westen heiß begehrt. Vor allem die (west-)deutsche Folklore- und Liedermacherszene bediente sich gut und gerne bei Steinitz und brachte so ganz neue Töne in die Volksmusik, die nach dem Zweiten Weltkrieg ein denkbar schlechtes Image hatte.
Die Verlage reagierten 1972 mit kleinformatigen Rumpf-Ausgaben in einem Band. Im Osten erschien die erste gekürzte Ausgabe im Akademie-Verlag Berlin, die gleiche Ausgabe – nur mit einem anderen Einband – kam in Westberlin auf den Markt im Verlag das europäische buch (deb). 1979 war dann der vollständige Inhalt beider Originalbände über den verlag das europäische buch wieder zugänglich. Die preisgünstige Sonderausgabe für Zweitausendeins mit dem Titel Der große Steinitz war 6 cm dick und hatte einen Umfang über 1200 Seiten.
Steinitz, gekürzte Ausgabe
Der Große Steinitz in einem Band
PDF
– Inhaltsverzeichnis und
– Liederverzeichnis, Steinitz Band 1