Frisch gesungen im neuen Deutschland. Vaterlands- und Marschlieder für die deutsche Schuljugend, Verlag von Carl Meyer (Gustav Prior), Hannover 1933
Wer direkt nach der Machtübernahme der Nazis 1933 ein derartiges Liederbuch für die deutsche Schuljugend herausbrachte, der war kein Mitläufer, sondern musste durch und durch überzeugter Nazi gewesen sein. Das Liederheft sei hier vollständig wiedergegeben, damit man sich selbst davon überzeugen kann, dass diese Aussage zutreffend ist. Die Lieder, die man als „unverfänglich“ bezeichnen könnte, kann man einer Hand abzählen.
Eine unrühmliche Rolle spielte der hannoversche Carl Meyer Verlag (Gustav Prior), der seit dem 19. Jahrhundert bedeutende Bücher herausgebracht hatte, wie z. B. den umfangreichen Band über Die Provinz Hannover (1888). Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten zeigte sich dieser Verlag als besonders willfährig. Mit zahlreichen pädagogischen Publikationen wurde geballt die nationalsozialistische Ideologie in die Lehrerseminare und Schulen getragen.
Vollkommen irritierend ist, dass zwei der Autoren des Liederheftes, Martens und Münnich, 1949 bei Volk und Wissen in Leipzig und Berlin im Bereich der Musikpädagogik munter weiter publizieren konnten (Lernen und Lehren – Methodische Schriften für lernende Lehrer – Musikunterricht Tonika-Do, Eitz, Jale, Berlin/Leipzig 1949).
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Liederbuch