Die hier abgebildeten Anzeigen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken zur Dokumentation des Themas „Musik in der Printwerbung“.
Die Anzeige entdeckte ich in der Zeitschrift Jugend (Nr. 18 vom April 1909, S. 414).
Ein Atelier für zeitgemäße künstlerische Reklame wirbt für sich 1909 mit der Figur eines Ausrufers in historischem Gewand. In der rechten Hand hat er eine Glocke, mit der er für Aufmerksamkeit sorgt, in der linken hält er einen Zettel, auf dem die Bekanntmachung steht. Die Botschaft lautet: Hört her, was ich euch amtlich mitzuteilen habe.

Die Signatur des Künstlers (ein „V“ im „O“) sieht aus wie eine bayerische Brezel.
Diese Anzeige ist ein Hinweis darauf, dass sich die Werbegrafik als sogenannte Reklamekunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem eigenen Zweig der Gebrauchsgrafik entwickelte. Künstlerische Dienstleister nutzten die mehrseitigen gesonderten Anzeigenteile von Zeitschriften.
Interessant an dieser Annonce aus der Zeitschrift Jugend ist auch das Umfeld (Seiten 414/415, Ausschnitt). Unter den üblichen Inseraten gegen Korpulenz und Fettleibigkeit oder Schwächezustände, und für Photographische Apparate, seltene Briefmarken und eine Ueppige Büste gibt es auch eine weitere Anzeige mit Musikbezug für Regendichte Herrenmäntel von Patrik.