Die hier abgebildeten Anzeigen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken zur Dokumentation des Themas „Musik in der Printwerbung“.
Morgenstund hat Gold im Mund bedeutet soviel wie Der frühe Vogel fängt den Wurm. Oder wie der Lateiner sagt: aurora habet aurum in ore. Morgens schafft es sich besser, man ist erfolgreicher.
Ein altes Sprichwort in einem Wort verändert, und schon hat man einen eingängigen Werbespruch: Morgensstund hat Gelb im Mund.
Gelb war lange Zeit die Farbe der Deutschen Bundespost, man denke nur an die Briefkästen, Telefonzellen und Postautos. Nach der Aufteilung Mitte der 1990er-Jahre in die drei Bereiche Postdienst, Postbank und Telekom kam Bewegung in die Farbverteilung. Das Gelb blieb beim Postdienst als Hauptfarbe für den Sektor Brief/Pakete bestehen. Die Postbank wurde zur blauen Post, allerdings auch immer in Verbindung mit Gelb. Und der Fernmeldebereich wurde zuerst als graue Post ein wenig stiefmütterlich behandelt, aus der sich dann die Telekom zur selbstbewussten Magenta-Marke entwickelte.
Als es um die Jahrtausendwende darum ging, die aufgeteilten Postbereiche in Aktiengesellschaften umzuwandeln, machten sich zwei Brüder besonders für die gelbe Post stark. Der Entertainer und Showmaster Thomas Gottschalk trat zusammen mit seinem Bruder Christoph in TV-Spots und in Anzeigen auf. Allein das schaffte schon enorme Publicity. Thomas gab flapsige Sprüche wie „Aufgepost!“, „Postblitz!“ oder „Gut Ding will Eile haben!“ ab, dazu folgte immer der einzige Spruch des Bruders aus dem Hintergrund: „Mein Bruder meint: je früher sie die AKTIE GELB zeichnen, desto besser.“
Video-Clip
Thomas und Christoph Gottschalk, 2001
Übrigens …
… hatte die „graue“ Fernmeldesparte der Post schon 1977 versucht, mehr Farbe in den grauen Alltag zu bringen. Telefone in Farngrün, Ockergelb oder Hellrotorange gab es ohne Mehrkosten, nur die Auswechslung sollte 40.- Mark kosten.

