
Der Werbeschlager Be-Be-Marsch ist nicht datiert. Vermutlich ist er nach dem Ersten Weltkrieg, Anfang der 20er-Jahre herausgekommen. Bereits vor dem Krieg hatte der Berliner Rasierklingenhersteller Blank & Bohraus für seine Klingen und Apparate mit Annoncen geworben. In einer Annonce aus dem Jahre 1918 sind als Firmenadressen die Werra-Straße 34a und das Weigand-Ufer 42 in Berlin-Neukölln angegeben. Später wurden Be-Be-Klingen auch von Rotbart vertrieben, ab wann genau, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.
Das auffällige Titelblatt ist einerseits humorvoll mit dem Baby, das sich rasiert. Andererseits gelingt es, damit deutlich zu machen, wie man selbst die sanfteste Haut schonend mit Be-Be-Kingen rasieren kann. Welche Person den Titel entworfen hat, bleibt offen. Da, wo sonst eine Signatur stehen könnte, befindet sich ein Hinweis auf den Druckereibetrieb von F. M. Geidel, Leipzig.
Oben auf dem Titelblatt steht, wofür der Marsch werben soll: Gewidmet der Firma Blank & Bohraus, Berlin-Neukölln, Fabrikanten der unerreichten Rasier-Apparate und Be-Be Klingen.
Neben der Klavierausgabe werden drei weitere angeboten, für Salon-Orchester, für große Streichmusik und für Blasmusik. In dem Zusammenhang ist der Hinweis unten auf dem Titelblatt von Interesse: Aufführung frei. Abschrift verboten.
Verantwortlich für Text und Musik dieses zackigen Marsches ist Karl Alfredy, der als einer der ersten bedeutenden Komponisten von Werbeschlagern angesehen werden kann. Viele seiner Werbeschlager sind im Musikverlag-Metropol in Berlin erschienen, darunter das Java-Lied für Teekanne Ich laß mich gar zu gern und das Josetti Lied, gewidmet der Cigarettenfabrik „Josetti“ Berlin.
Siehe auch weitere Werbeschlager von Karl Alfredy.
Der 1877 in Wien geborene Karl Alfredy (eigentlich Alfred Kohn) ist im KZ Theresienstadt ums Leben gekommen.
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Noten Be-Be Marsch