Wie man eine Operette für den Absatz von Noten ausschlachten kann, zeigt die Übersicht auf der Rückseite. Unten rechts auf der Titelseite findet sich ein Verweis im Kleinstgedruckten (fast nur mit der Lupe zu erkennen): Verzeichnis der erschienenen Ausgaben siehe letzte Umschlagseite. Dort sind u. a. folgende Besetzungen aufgelistet:

Das Titelblatt von Paul Telemann rückt das verliebte Paar in den Mittelpunkt, umkreist von Putten und Herzchen. Der Entwurf ist so angelegt, dass er für alle weiteren Ausgaben zu verwenden ist. Ausgewechselt werden musste immer nur der Untertitel unter dem Schriftzug „Die Dollarprinzessin“. Das sparte nicht nur Kosten, sondern unterstützte auch die Intention der Verlage, aus einer einzigen Operette eine Marke mit breiter Produktpalette zu machen.
Siehe auch Die Dollarprinzessin – Divertissement.
Verantwortlich für die Vermarktung zeichnen zwei Verlage: Gemeinsamer Verlag der Harmonie Verlagsgesellschaft für Literatur und Kunst G.m.b.H in Berlin und der Verlag und Vertrieb des Theaters an der Wien in Wien. Beim Copyright ist zusätzlich noch Breitkopf & Härtel in New York angegeben.
Als gute Werbung für die Dollarprinzessin ist das Heft 4 der Zeitschrift Musik für Alle aus dem Ullstein-Verlag zu sehen. Gewidmet ist die 1908 erschienene Ausgabe dem Operettenkomponisten Leo Fall. Im Notenteil werden einzelne Nummern aus den Operetten Die Dollarprinzessin und Der fidele Bauer quasi als Potpourri vorgestellt. Das Heft bietet eine vierseitige, reich bebilderte Einführung.
Video/HB
– Frühe Tonbild-Aufnahme Wir tanzen Ringelreih´n, Bild und Ton nicht synchron, Ende fehlt.
– Pfeifvirtuose Guido Gialdini [1] mit Orchesterbegleitung: Wir tanzen Ringelreih´n.
PDF
Seite 2 und Rückseite des Notenblatts.
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[1] Der Geburtsname von Guido Gialdini war Curt Abramowitz. Als international bekannter Kunstpfeifer tingelte er noch vor dem Ersten Weltkrieg weltweit durch die Lande und trat vor allem auf Varietébühnen auf. Seine Pfeifkunst war für die Schallplattenindustrie über mehrere Jahrzehnte interessant, weil das Pfeifen bei allen Aufnahmeverfahren gut zur Geltung kam. Als Jude konnte Abramowitz ab 1933 nur noch beschränkt auftreten. Er als staatenloser Ausländer Curt-Israel Abramowitz musste er Zwangsarbeit bei Osram in Berlin verrichten. Er wurde später in Auschwitz ermordet.