Los geht’s: eins, zwei, drei, uff-da-ta … hei-diedel-diedel / dei, diedel-diedel / dum dum!
Da kommt am Sonntagabend im Wirtshaus Stimmung auf, so dass „jedes kleine Mädel die Liebe gleich fühlt“. Und ein wenig doppeldeutig heißt es im Refrain weiter: „… der lange Jochen schiebt immer durch den Saal, denn die Katharina will immer noch mal.“
Das lustige Treiben wird von höchster Instanz abgesegnet: „Hat unser Herrgott selbst nicht gesagt: Wer sich die Woche mühsam geplagt, fei´re den Sonntag dafür lustig im Kruge beim Bier!“ Zwar hat der Herrgott es ein wenig anders formuliert, aber gemeint hat er es sicher so – oder zumindest so ähnlich.
Der Titel Die Dorfmusik gilt als Inbegriff für Wirtshaus-Stimmungs-Musik im Dreivierteltakt. Dieses Walzerlied gab es anscheinend schon vor dem Erscheinen der Notenausgabe 1933, denn eine Tanzorchester-Aufnahme mit dem Refraingesang von Paul Dorn datiert aus dem Jahre 1932.
Unter dem Titel Wenn am Sonntag Abend die Dorfmusik spielt entstanden auch zwei sentimentale Heimatfilm-Schmonzetten, die erste aus dem Jahr 1933 und die zweite 20 Jahre später 1953 mit Rudolf Prack (1) in der Hauptrolle. Musik- und Operettenfilme aus den frühen 1930er-Jahren wurden in den 1950er-Jahren auffällig oft neu verfilmt, z.B. 1950 die Operette Schwarzwaldmädel, ebenfalls mit Rudolf Prack in der Hauptrolle.
Die Liliput-Ausgaben der großen Schlager waren etwas größer als DIN A5-Format und kosteten 1933 40 Pfennige. Auf der Rückseite sind die Titel der Nummern 14 bis 33 der Serie II abgedruckt.
Innen zwischen den beiden Notenseiten gibt es einen Hinweis auf Band 20 des Tonfilm- und Tanzschlager-Albums „Zum 5 Uhr-Tee“. Der Preis beträgt 4.- RM, die dazugehörige Violin-Ausgabe kostet 2.- Reichsmark.

Auf dem Titelblatt ist ein kleines Foto der Sängerin Irene de Noiret zu sehen, dazu der Hinweis: Aus dem Repertoire von Irene de Noiret. (2)
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(1) Prack spielte in der Nazi-Zeit in einer Reihe von Filmen, die von der Nazi-Propaganda hoch gelobt wurden. Dafür wurde er als Künstler in die sogenannte Gottbegnadeten-Liste aufgenommen und stand unter dem besonderen Schutz des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels. Prack konnte seine Schauspiel-Karriere nahtlos nach dem Zweiten Weltkrieg fortsetzen.
(2) Die Sängerin und Kabarettistin Irene de Noiret war sehr vielseitig, ihr Repertoire reichte von Chanson bis Oper. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete sie sogar für kurze Zeit als Intendantin das Staatstheater in Oldenburg.
HB
Tanzorchester mit Refraingesang: Die Dorfmusik
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Noten Refrain
Rückseite mit Verzeichnis der Liliput-Ausgaben Nr. 14 – 33