
Seit diesem Operetten-Rheinländer von Paul Lincke war Paula Menotti die unangefochtene Gigerlkönigin. Exzentrisch und unangepasst, extravagant und immer toujours à la mode, jederzeit darauf bedacht, dieses Image mit ihrem öffentlichen Auftreten zur Schau zu stellen. Dazu der maßgeschneiderte Text :
Ich kleid´ mich stets nach neuester Façon,
beweg´ mich im Salon,
ich erfinde neue Mode,
was ich trage, das ist chic,
man sieht´s am ersten Blick !
Ich hab sogar im Schuh mein Monogram
als echte Modedam´, [im Hut ein Radio]
von den Strümpfen angefangen,
bis hinauf zu der Frisur
trag ich das Feinste [das Neuste] nur!
Schau´n Sie sich nur an, ich bitt´
diesen eleganten Schnitt
Da sieht doch gleich ein Jeder ein:
ich bin die Gigerlkönigin!
Bei ihren Auftritten variierte die Menotti den Text, am bekanntestes ist diese Variante:
Ja, ja, das ist ein Geschäft,
das bringt heute noch was ein.
´ne Jede aber kann das nicht,
Das muß verstanden sein !
Diesen Melodieausschnitt kennen heute noch viele Menschen, allerdings mit einem anderen Text. Denn diese acht Takte aus dem populären Berliner Ohrwurm wurden kurzerhand an der Elbe einem berühmten Hamburg-Lied einverleibt:
Klau´n, klau´n, Äppel woll´n wir klau´n,
ruckzuck übern Zaun.
ein jeder aber kann das nicht,
denn er muss aus Hamburg sein.

Auf der Rückseite dieser Notenausgabe wird auf den Starhemberg-Marsch von Paul Schulz aus dem Verlag von Paul Fischer hingewiesen. Diese Rückseite ist insofern unüblich, da hier keine Annonce zu finden ist, sondern ein komplettes Titelblatt.
HB
– Aufnahme 1937 mit Carl Woitschach und seinem großen Blasorchester
– Lincke-Melodien, Aufnahme 1979, der Refrain aus der Gigerlkönigin verbindet die einzelnen bekannten Lincke-Nummern
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– Noten