Die Nacht von Berlin – Willi und Cilli, 1911

Repertoirstück des Metropol-Theaters zu Berlin
bezeichnet als
Musik von
Text von
Titelblatt von
Ort
Jahr
1911
Verlags-Nr.
B. & B. 17749
Druckerei
Anmerkungen
Gesungen von Josef Giampietro

Infos/Kommentar

Die Nacht von Berlin gehört zu den großen Jahresrevuen, die von 1903 bis 1914 am Berliner Metropol-Theater in der Behrensstraße zu sehen waren. Direktor Richard Schultz verstand es, hervorragende Texter und Komponisten an sein Haus zu binden. Zusammen mit dem Hausautor Julius Freund bildete Victor Hollaender ein ausgesprochen produktives Tandem. Man bot Unterhaltung für ein bürgerliches Publikum und war bei Satire immer darauf bedacht, nicht zu scharf zu sein. Politische Anspielungen gingen oft in Kalauern unter.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs war dann Schluss mit den Metropol-Revuen. Kurz vor Kriegsbeginn waren zwei zentrale Akteure des Revue-Betriebs gestorben: der Schauspieler und Sänger Joseph Giampietro am 29. Dezember 1913 und der Autor Julius Freund acht Tage später am 6. Januar 1914.

Elf Nummern aus der Revue Die Nacht von Berlin wurden als Einzelausgaben für Gesang und Klavier angeboten, hier die Nummer 6 Willi und Cilli.

MfA 082 S 186 Burkard Karikatur
Karikatur von Emil Burkard in dem Heft „Musik für Alle, Metropol-Schlager von Victor Hollaender“, S. 186

Interessant ist das Titelblatt von Emil Burkard, einem Karikaturisten, der wohl auch für Zeitungen und Zeitschriften gearbeitet hat, über dessen Vita aber bislang wenig bekannt ist. Burkard stellt die Darstellerin Else Kupfer in den Mittelpunkt seiner Titelgrafik. Sie hält die Fäden in der Hand, an denen andere wie aufgereihte Marionetten hängen, u.a. der Star Joseph Giampietro und die Diseuse Gussy Holl. Während Else Kupfer die Szene dominiert, tritt die Männerfigur rechts neben ihr in den Hintergrund. Der Mann mit der Blume hinter dem Ohr ist der populäre Humorist Guido Thielscher. In den Händen hält er das Metropol-Theater, an dem von Liliencron, Direktor Schultz und Julius Freund als Marionetten hängen.

Die einzige Figur, die nicht an einem Faden hängt, sitzt oben über der Szene auf einem Flugzeug. Es ist der Star-Sänger Josef Josephi, der Überflieger.

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– Werbung Rückseite für Metropolliana, Großes Potpourri von Otto Brinkmann