
Als Tanz am Hofe Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. angenommen und auf den Hofbällen 1894 zuerst getanzt unter der allerhöchst befohlenen Bezeichnung Gavotte-Quadrille.
Gavotte der Kaiserin. Tanz erfunden und eingeführt von der Genossenschaft deutscher Tanzlehrer.
Mit diesem Musiktitel von 1894 ahnt man schon, dass nicht nur das Jahrhundert langsam seinem Ende zuging. Neben Ausgaben für Klavier und Streichorchester werden auf dem Titelblatt Ausgaben für Infanterie-Musik und Cavallerie-Musik mit Zusatzstimmen für Artillerie, Pioniere u. Jäger gleichrangig angezeigt. Zwanzig Jahre sollte es noch bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs dauern. An dessen Ende gab es bekanntlich für die Kaiserin nichts mehr zu tanzen. Statt barocker Hoftänze waren immer häufiger neue Modetänze angesagt, die auch die konservative Tanzlehrer-Lobby mit ihren königlichen Musikdirektoren ins Schlingern brachten.
Dennoch: Das Titelblatt mit dem Bildnis der Königin in ovalem Rahmen, von Laub und kunstvollen Schriftzügen – teilweise in Gold – umrankt, das hat durchaus seinen Reiz.
Die Ausgabe umfasst 8 Seiten, davon drei mit detaillierten Tanzanleitungen. Auf der Rückseite sind die Anfangstakte von acht Gesellschafts-Tänzen mit Kommando und Anleitung aus dem Verlag der Theaterbuchhandlung Ed. Bloch abgedruckt.
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